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Samstag, 29. Dezember 2012

Umzug und paniertes Essen

Ich sitze gerade auf meiner 'Bettkante' (ich habe kein Bett, nur zwei Matratzen) und schreibe, den Laptop auf dem Schoß. Vor mir stehen Kisten. Neben mit ein abgebauter Schrank. Und weiter hinten im Raum ist das PURE CHAOS. Ich habe keine Ahnung, wie ich das bis morgen noch schaffen soll, denn morgen ziehe ich um.



Nun aber zu dem Thema, das mich beschäftigt: Natürlich mal wieder das Essen.

Ich habe ja den Entschluss gefasst, mich gesünder zu ernähren und ich muss sagen, das ist schon echt tief in mein Hirn eingebrannt. Klingt unwahrscheinlich, denn ich habe mich immer so gerne von fettigem Essen ernährt, viel Zucker und am liebsten alle paniert oder frittiert.
In meiner Tiefkühltruhe ist noch ein Backfischfilet, paniert. Ich wollte es eigentlich heute zu Mittag essen. Aber ich habe es nicht geschafft. Ich konnte dieses ungesunde Zeug nicht in mich hineinstopfen. Es widert mich an. Gestern wollte ich vor der Arbeit noch schnell ein Brötchen beim Bäcker kaufen, aber es gab nur noch welche mit panierten Frikadellen darin und die konnte ich mir nicht antun.
Vorhin haben wir beim Asiaten Essen bestellt und ich habe mir ernsthaft eine Suppe bestellt und den Rest möglichst gebacken, da ich dachte, da wäre nicht so viel Fett dran.
Es hat getrieft vor Fett und ich habe mich echt geekelt. Aber ich wollte vor meiner Freundin nicht herumjammern und habe es trotzdem gegessen. Wenigstens hat sie die Hälfte des Nachtisches verputzt.

Es wundert mich einfach, wie schnell ich mich damit abgefunden habe, so anders zu essen.

Das alles gilt natürlich nicht für Essanfälle, von denen ich vorgestern Abend mal wieder einen hatte.


Naja, wünscht mir Glück für meinen Umzug morgen und so.


Hoffe euch geht es gut ♥

Freitag, 28. Dezember 2012

Just do it.

Ich versuche mich wieder zu fangen.

Anders gesagt: Ich stürze mich wieder in die Aufgabe, meinen Körper zu perfektionieren. Auch wenn ich es nie schaffen werde, schlimmer kann es sowieso nicht mehr werden.
Nur diesmal möchte ich nicht hungern und fressen, diesmal möchte ich es mit gesunder Ernährung und Sport schaffen.
Der Sport ist nicht das Problem, das kann ich ganz gut durchziehen. Aber ich bin meistens zu faul, mir etwas 'richtiges' zu kochen und esse deshalb sehr wenig Gemüse. Das möchte ich jetzt ändern.


Mein Einkauf sah heute deshalb so aus:


Ein Hantelset (jeweils 2 Kilo) und nein, das bin nicht ich




Eine neue Sporttasche (es steht 'JUST DO IT' darauf), so ziemlich das Einzige Markenstück das ich jetzt besitze :D

Und eine Yogamatte.

Wie genau ich das schaffen möchte, könnt ihr hier nachlesen.
Bin ja mal gespannt, wie ich es durchhalte. Am 1.1. geht es los!



Ich hoffe, es geht euch gut und danke, dass ihr mir immernoch treu geblieben seid :)

Dienstag, 25. Dezember 2012

Heiligabend

Heiligabend 2012
Bei der Familie des Verlobten meiner Schwester. Wir sind zu acht.
Es gibt Fonude bzw Feuertopf mit circa 10 verschiedenen Saucen, 2 Kilo Garnelen, viel Fisch, Fleisch, Tofu... Ein tolles Essen und ich kann auch fast aufhören, als ich satt bin. Ein bisschen zu viel war es dennoch.
Geschenkeübergabe: 1 bekomme 2 Gutscheine für Schuhläden und ein Buch. Ich freue mich ehrlich.
Dann der Nachtisch, 1 Schälchen Créme Brulee für jeden. Yummy.

Warten bis ich los muss, um zu arbeiten. Mein Bauch schmerzt extrem und ich würde lieber schlafen. Aber was solls. Ich habe große Angst voorm Arbeiten.

Gegen 12 Uhr stehe ich also hinter der Theke und versuche, meinen Job zu machen. Ich würde sagen, so schlecht war ich nicht. Ich habe sehr schnell gearbeitet und auch nur wenige Fehler gemacht. Klar waren auch ein paar dabei. Und ich war überraschend gut im Kopfrechnen.
Obwhol A. da war, dauernd irgendwo an der Bar aufgetaucht ist und ich immer zu ihm wollte. Aber es gab so viel zu tun und wenn ich mir mal kurz eine Sekunde Zeit hätte nehmen können, war er meistens schon wieder weg.
Gegen 5 ist er dann gegangen und hat mir angeboten, nach Feierabend noch zu ihm zu kommen. Ich wäre dem wirklich wirklich gerne nachgekommen, aber ich kam erst um halb 6 raus und war dann einfach zu fertig. Aber er hat 2 mal versucht mich anzurufen und mir geschrieben, dass er auf mich wartet :)



Jetzt aber zu dem Teil, der mich momentan umbringt:
Ich bin zweimal in Mitarbeiterinnen gerannt und habe ihre Getränke verschüttet, zweimal bin ich einer Kollegin auf den Fuß gestanden. Ich hatte das Gefühl, alle sind genervt von mir. Ich habe mich so elend gefühlt, so wertlos und unfähig. Musste mir große Mühe geben, nicht loszuheulen.
Ich hoffe, sie schwärzen mich nicht beim Chef an...




Naja, hoffe ihr hattet einen schönen Heiligabend und so. Bald ist ja auch schon wieder Silvester. :D
PS: Neues Foto von mir hochgeladen mit meinen 58,7 Kilo (mit Kleidung).

Montag, 24. Dezember 2012

Traum





↑ Der Song beschreibt wunderbar die Beziehung von A. und mir.


Die Nacht war grauenhaft.
Ich weiß nicht mehr genau, wie der Traum ablief, aber das weiß ich noch:

Ich gehe auf Facebook und plötzlich steht dort, dass A. in einer Beziehung ist. Mit seiner Exfreundin. Ich sehe die Bilder von ihr, bauchfrei, braungebrannt und trainiert. Dünn. Traumfrau.
Und ich weine und weine und weine. Mein Herz zerreißt, und es gibt niemanden, den ich anrufen könnte, denn es ist mitten in der Nacht. Ich bin ganz alleine, in meinem Schmerz gefangen.

Was mit das sagen will ist wohl mehr als offensichtlich und als ich damals das gleiche mit ihm gemacht habe, muss es ihm schlimm gegangen sein. Ich hasse mich so sehr dafür.


Meine Angst wächst und reift heran, irgendwann werde ich platzen.
Aber wir können nicht über Gefühle sprechen. Ich kann mein Herz nicht schon wieder verwundbar machen. Und er könnte damit auch nicht umgehen.


Ich habe solche Angst vor dem Tag, an dem er geht...


Sonntag, 23. Dezember 2012

Kontrolle vs Kuchen

Wisst ihr was für eine grandiose Idee ich hatte?
Allen, mit denen ich Weihnachten feiere zu sagen, dass ich dieses Jahr nichts verschenke und wenn, dann nur etwas winziges. So für 2 Euro etwa.

Und was tue ich jedesmal, wenn ich jemandem etwas schenken möchte und kein Geld habe?
Backen.

Also habe ich Einmachgläser besorgt um keine Kuchen darin zu backen (Rotweinkuchen).
Mein Ofen ist winzig, ich habe einen, den man auf den Tisch stellen kann. Mit 2 Herplatten und einem kleinen Backofen, in den nichtmal eine ganze Pizza hineinpasst.

Jedenfalls war ich nicht sicher, ob die Kuchen auch was werden und als sie fertig waren hatte ich den Drang es herauszufinden. Hahahahaha.
Ich habe das größte Glas von allen genommen (sollte eigentlich für meine Mutter als Überraschung sein) und es leergeschaufelt.
Mir ist kotzübel.

Aber hey, der Kuchen ist echt gut geworden! :D


Morgen Nacht muss ich arbeiten. Es wird der HORROR. Ich arbeite in der Disco, wo an Weihnachten meine halte Stadt feiert. Weiß der Geier wieso am 24.12. plötzlich alle dort hin gehen, wenn sie den Rest des Jahres Witze über die Location und die Musik machen. Whatever.

Jedenfalls wurde es mir folgendermaßen beschrieben:
'Vor der Bar ist eine Wand. Eine Wand aus Menschen. Und es werden einfach nicht weniger.'


Yeah. Sounds like fun! Not.


Aber gut, ich höre jetzt mal damit auf, unwichtigen Kram zu posten und hey.


Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest. Auch wenn hier die meisten Essgestört sind, wir können trotzdem unseren Spaß haben, okay? Einmal im Jahr ist das erlaubt. Seid nicht zu hart mich euch ihr Lieben.






Arbeitslos?!

Ich bekomme jetzt Hartz 4, es fühlt sich nicht richtig an, aber ich brauche das Geld.
Es heißt 'Arbeitslosengeld', dabei gehe ich zur Schule und arbeite zusätzlich auch noch - ich bin ganz und gar nicht arbeitslos würde ich mal behaupten.

Jetzt kommt aber etwas auf mich zu, was mir Bauchschmerzen bereitet.

Man darf bis zu 400€ dazuverdienen und ab 100€ wird das Einkommen verrechnet.

Beispiel: Wenn ich 200€ durch meinen Job verdiene zieht das Amt 80€ von seiner Zahlung ab und im Endeffekt habe ich dann nur 120€ mehr als zuvor.
Wenn jetzt jemand die vollen 400€ verdient hat nach den Abzügen noch 160€ mehr als vorher. Das muss man sich mal überlegen, 240€ von seinem Verdienst bekommt er nicht zu Gesicht!

Das Trinkgeld wird übrigens auch noch verrechnet, ich weiß nur nicht genau, wie.

Aber mal ehrlich, wie frustierend ist das denn? Klar, ich möchte für mein Geld etwas tun, dafür auch arbeiten und ich liebe meinen Job.
Aber im Endeffekt bringt mir das Arbeiten ja fast nichts mehr! Das ist wieder die selbe Geschichte wie beim Unterhalt, bei dem der Lohn von den Zahlungen der Eltern abgezogen werden kann.


Und dann wundern sich alle, dass Hartz 4-Empfänger nicht arbeiten wollen? Das ist einfach nur extrem frustrierend!

Mir ist schon bewusst, dass das absolut nicht die richtige Denkweise ist und ich werde auch weiterhin für mein Geld arbeiten.
So funktioniert das System nunmal. Aber es ist doch wohl verständlich, dass mir das sauer aufstößt, findet ihr nicht?

Samstag, 22. Dezember 2012

Der Kampf hört nicht auf

Heute ist kein guter Tag.
Eigentlich ist viel positives passiert, ich habe fast alles für meine Weihnachtsgeschenke eingekauft (ich werde Rotweinkuchen in kleinen Einmachgläsern backen und für meine Schwester gibt es noch ein Foto in hübschem Bilderrahmen), ich habe eine potentielle Nachmieterin durch meine Wohnung geführt, die ich davor geputzt und aufgeräumt habe und ich habe die Zusage vom Arbeitsamt bekommen, dass ich endlich finanzielle Unterstützung bekomme.

Ich hatte sogar den Verdacht, etwas Masse verloren zu haben, da meine Hose beim Laufen so unglaublich gerutscht ist und ich meinen Gürtel inzwischen auf dem letzten Loch schließen kann.


Aber dann kommt so ein Post auf Facebook von irgendeinem Mädchen, mit dem ich ein paar mal über alte Freunde abgehangen habe: 'Weiß jemand, wo es diese Jacke in 34 noch zu kaufen gibt?'
34. Jacke. Eine Jacke kaufe ich in 38, damit auch noch ein Pulli darunter passt. Wie schlank muss man dafür sein?
Oh Gott, ich bin gerade so verdammt neidisch.

Ich will nicht so fett bleiben, ich will es nicht.

Es tut mir Leid, dass ich andauernd davon anfange, aber es macht mich einfach so fertig...
Ich will mir einfach nur mein Fett abschneiden und nichts mehr essen, damit es auch nicht wiederkommt, und ich weiß auch, dass ich das momentan schaffen würde, wenn ich es wirklich wollte.
Aber ich mache weiter und weiter und weiter.

Ich habe inzwischen seltener Hunger und wenn ich Hunger habe, dann merke ich es erst, wenn er wirklich nagend wird und mein Magen knurrt. Aber das ignoriere ich dann erstmal eine Weile, bis ich es wirklich nicht mehr aushalte.
Ich habe nur noch selten Lust auf Süßigkeiten, dafür extrem oft auf Eiweiß.
Ich kann keine großen Portionen mehr essen und brauche auch keinen Nachtisch mehr.
Ich habe keine richtigen Essanfälle mehr.

Klar, manchmal bekomme ich noch starke Lust auf Schokolade etc und wenn ich mir dann eine ganze Tafel kaufe dann esse ich sie nach wie vor komplett auf. Wenn mir jemand etwas Süßes schenkt, dann esse ich es meistens auch sofort ganz auf.
Aber es ist einfach weniger geworden.

Ich weiß, was ich in mein Esstagebuch schreibe ist wirklich nicht wenig, vor allem nicht für euch. Aber es ist weniger geworden.


Ich weiß selbst nicht genau, was ich damit sagen möchte. Ich will dünn sein. Wieder in xxs bei Tally Weijl passen.



Was soll ich nur tun? Es nagt so sehr an mir und es ist so verdammt schwer dagegen anzukommen...


Freitag, 21. Dezember 2012

Love, love, love... Go and fu** yourself.

And here we are again, at the bottom of that black hole named depression.

Der eine aus Facebook, mit dem ich mich letztens getroffen hatte, hatte mich gefragt, ob ich heute nochmal Zeit hätte. Wir haben ausgemacht zusammen ins Kino zu gehen.
Vorhin, bevor wir uns getroffen haben, habe ich ihm noch beim chatten gesagt, dass ich das ganze auf einer freundschaftlichen Basis belassen möchte. Kein Problem, meinte er.

Von wegen. Nach dem Kino fragte er mich, ob ich noch mit zu ihm kommen wolle. Es war 11 Uhr und um 12 hätte er Geburtstag gehabt. Ich sagte trotzdem nein, weil meine inneren Alarmglocken irgendwie läuteten.

Und was passiert? Kaum bin ich zu Hause angekommen erhalte ich eine SMS von ihm, dass er nicht von mir hören wollte, dass ich nur eine Freundschaft möchte.

Klasse ey. JEDES VERDAMMTE MAL.

Ich kann einfach nicht mit einem männlichen Wesen befreundet sein. Es endet IMMER in so etwas. Wirklich IMMER.

Keine Ahnung, wieso mich das gerade so runter zieht.

Wahrscheinlich ist es in Wirklichkeit nur A., weil ich ihn jetzt schon furchtbar vermisse und mich nach ihm sehne. Was vollkommen schwachsinnig ist, da wir nach wie vor keine Beziehung führen und das auch nie tun werden. Denn er würde sich dann abkapseln und ich würde eifersüchtig werden. Perfekte Vorraussetzungen.

Ich hasse Gefühle, ich hasse sie. Immer machen sie alles kaputt.


Wenigstens habe ich heute nicht zu viel gegessen, hey, positiv. Ich hab keine Lust mehr auf den Mist.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Night

Wir sitzen in der Bar, in der wir uns verabredet haben. 3 Kumpels von ihm, A. und ich.
A. wollte neben mir sitzen. Wir reden, trinken, lachen. Er berührt mein Bein und streicht mir übers Knie. Ich weiß nicht, was ich denken soll.

Seine Freunde wollen in einen Club gehen, aber darauf habe ich keine Lust. A. sagt, er bleibe bei mir, weil er sich ursprünglich mit mir verabredet hatte. Wir ziehen zu zweit weiter, schon recht betrunken.

Wir sitzen in der anderen Bar und versuchen, unsere Cocktails herunterzubekommen. Beide sind wir schon zu betrunken. Er sagt, ich solle mich neben ihn setzen. Er legt seine Hand um mich und ich verschlinge meine Finger in seinen, ganz automatisch.

Ich liege in seinem Bett, alles dreht sich. Ich fühle mich so wohl wie früher auch.
Er küsst mich. Und alles passiert von vorne.


Es war so schön :)


Und der Hammer kommt erst noch: Ich habe ihm in meinem Zustand ernsthaft erzählt, dass ich Angst hatte, er würde mich eklig finden. Und was macht er? Macht mir Komplimente :)
Ihr glaubt nicht, wie gut das getan hat.



Mittwoch, 19. Dezember 2012

Was passiert mit mir?

Meine Nahrungsaufnahme verringert sich wieder etwas.
Ich weiß nicht, ob und was ich heute essen werde, da A. und ich weggehen wollen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er wieder absagen wird.
Ich bin auch schon den ganzen Morgen in Facebook online und sehe, dass er es auch ist. Trotzdem schreibt er mich nicht an, um eine Zeit und einen Ort mit mir zu vereinbaren. Kein gutes Zeichen.
Aber ich melde mich nicht, ich renne ihm nicht hinterher. Natürlich werde ich das tun.


Gestern gegessen:
Frühstück: 1 Brötchen mit Honig & Marmelade, 1 Apfel
Mittagessen: Spaghetti mit Lachssauce, 1 Himbeerjoghurt
Zwischensnack (Gestresst): 1 Scheibe Sonnenblumenbrot mit Nutella

Bei dem Brot war es schon 18 Uhr und ich habe mir gesagt, ich esse jetzt nichts mehr, weil es sowieso schon zu spät ist. Das mache ich momentan dauernd und ich glaube nicht, dass es sonderlich förderlich für mich ist. Für meinen Speck auch nicht. Aber für meine Essstörung leider schon.

Ich habe Angst, dass die Essanfälle zurückkommen, aber solange ich weniger essen kann, ohne dass etwas passiert, will ich weitermachen.
Das ist Schwachsinn, genauso hat es damals angefangen.

Aber ich will wieder dünn sein, ich will es einfach... Und wenn es wirklich nötig ist, dann esse ich ja auch. Und verbieten tu ich mir auch nichts.

Heute gegessen:
Nichts.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Umzug!!

ICH HABE EIN ZIMMER IN EINER WG.

Ab dem 1.1. bezahle ich die Miete dort, was bedeutet, ich muss so schnell wie möglich einen Nachmieter für meine jetzige Wohnung finden, damit ich nicht drei Monate doppelt Miete bezahlen muss. Das Geld habe ich nämlich nicht. Außerdem steht packen an.
Am meisten Angst habe ich jedoch davor, bei meinen Vermietern zu kündigen. Ich hasse solche Situationen. Aber gleich werde ich nach oben gehen und es ihnen mitteilen. Ich hoffe, sie sind nicht sauer.


Der 8. Umzug meines Lebens.


Die WG ist so geil, das Zimmer ist 18 qm groß, total hell und hat einen direkten Zugang zum großen Balkon. Ich habe eine Mitbewohnerin und zwei Mitbewohner, sie sind echt nett, wenn auch viel älter als ich und ich bin total gespannt, wie es mir ihnen werden wird.

Ihr glaubt nicht, wie überrascht ich war, dass ich das Zimmer bekommen habe. Ich war eine von vier, die ein zweites Mal zum Kennenlernen eingeladen wurde und dann wurde ich auch noch genommen.
Als ich die E-Mail von ihnen geöffnet hatte, musste ich weinen, weil ich mich so gefreut habe.

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Anderes Thema, morgen gehen A. und ich 'was trinken'. Keine Ahnung, was er sich darunter vorstellt und wer alles mitkommt. Aber ich freue mich darauf und hoffe sehr, dass er nicht absagt.


Und hey, es tut mir Leid, dass ich in letzter Zeit keine Kommentare mehr beantwortet habe. Ich habe nur extrem viel zu tun gerade.

Montag, 17. Dezember 2012

Zunahme und Glück

Ich fasse mich kurz.

Hab mich gewogen. Es war etwa 17 Uhr. Ich trug einen Rock, Stickstrumpfhose, Top und Pulli.
61.6 kg.
Ich habe zugenommen.



Und ich war bei A. Wir haben schätzungsweise zwei Stunden geredet ohne das Schweigen aufkam. Ich saß auf seinem Sofa, er auf dem Bett. Irgendwann hat er mir die Hand gegeben und ich habe mich zu ihm gesetzt. Wir waren uns nicht extrem nah, aber unsere Füße waren die ganze Zeit verschlungen.
Später kam ein Freund vorbei, der mich dann auch Heim gefahren hat.




Es war wirklich schön, A. endlich mal wiederzusehen. Und es war schön zu merken, dass er mich nicht abstoßend findet. Vielleicht hat er nichtmal gesehen, dass ich zugenommen habe?

Ich bin ein bisschen glücklich, glaube ich.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Übergewichtig + Fast Food = Chaos :(

Dieses Thema ist mir etwas unangenehm, da ich niemanden verletzen möchte. Aber ich muss einfach mal darüber sprechen.

Vorgestern saß ich in der Straßenbahn, der Platz mir gegenüber war noch frei. Nach einer Weile stieg eine sehr dicke Frau ein und setzte sich dort hin. Dann holte sie eine Bäckertüte aus ihrer Tasche und begann, irgendein süßes Teilchen mit drei Tonnen Zuckerguss zu essen.

Ich musste mir wirklich Mühe geben, sie nicht mitleidig anzustarren. Ich weiß nicht, wieso es so ist, aber jedesmal wenn ich dicke Leute etwas ungesundes essen sehe, werde ich richtig traurig und bekomme Mitleid. Und ich meine wirklich traurig, mir tut das schon im Herzen weh, so dumm es klingt. In meinem Kopf geht es ihnen allen total schlecht und sie sind unglücklich, weil sie zu dick sind. Und deshalb essen sie noch mehr, damit sie nicht mehr so unglücklich sind.
Ich würde dann am liebsten hingehen und der Person erklären, wie sie sich gesunder ernähren könnte oder ihr einfach nur zuhören, wieso sie so viel essen muss.

In meinem Kopf haben sie alle ein gestörtes Verhältnis zum Essen und fühlen sich unwohl in ihrer Haut.

Und dann muss ich an meine Mutter denken, der es genau so geht und bekomme ein schlechtes Gewissen.

Das ist sooo schwachsinnig, ich weiß. Aber trotzdem spielt sich das in meinem Kopf ab und ich kann es nicht ändern.
Mir ist es auch wirklich peinlich und ich schäme mich dafür, so zu denken.

Geht es denn vielleicht jemandem da draußen ähnlich?

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Chaos ohne Waage

Ich renne den ganzen Tag durch die Gegend um Dokumente zu besorgen, Überweisungen zu machen, Dinge abzuholen, Menschen zu treffen, einzukaufen...

Viel Zeit zum Essen bleibt nicht und Appetit habe ich auch keinen.

Gestern hatte ich das Gefühl, meine Schlüsselbeine würden stärker sichtbar sein als zuvor.
Vorhin stand ich vor meinem Spiegel und hatte das Gefühl, meine Beine wären die eines Elefanten.

Ich will mich wiegen, ich muss wissen, was mit mir passiert. Es könnte sein, dass ich total zunehme, es aber einfach nur nicht weiß! Das ist eine ekelhaft Vorstellung.


Vor ein paar Stunden saß ich nach einem stressigen Tag in der Straßenbahn auf dem Weg nach Hause. Neben mir eine dicke Frau, die sehr viel Platz in Abspruch nahm, und um mich herum ein Meer von fremden Menschen, die an mich gepresst werden. Ich gab mir größte Mühe meine Panik zu unterdrücken und nicht loszuweinen.
Habe es dann auch geschafft.
Als ich an meiner Haltestelle ankam, bin ich erstmal zum Bäcker gerannt um mir einen Muffin und ein Stück Donauwelle zu kaufen.
Soviel dazu.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Kaufen!!

Ich habe für etwa 90 € Kleidung bei H&M bestellt. Es ist ja momentan sale
Ich habe Stiefel für 17 € bei Amazon bestellt. Ich brauche warme Schuhe, die auch zu Röcken gut aussehen
Ich habe einen Nintendo DS mit Speicherkarte und 300 Spielen ersteigert, für 68 €, die Hälfte zahlt meine Schwester. Ich wollte schon so lange einen haben und meine Schwester zahlt ja die Hälfte
Ich habe einen Mantel für 18 € ersteigert. Ich brauche einen warmen Mantel, ich habe nur eine warme Jacke

Okay was geht grade eigentlich bei mir ab? Ich stehe total in der Schwebe und weiß nicht, wieviel Geld von meinem Gehalt ich überhaupt behalten kann und trotzdem gebe ich so viel aus?
Ich glaube, langsam dreh ich völlig durch.
Der ganze Kram macht mich im Endeffekt doch auch nicht glücklich...

Habe heute beim Kuchen backen übrigens eine Menge genascht. Es kam Eierlikör und Rum rein, nach dem Naschen war ich etwas angetrunken.
Aber er schmeckt echt gut. Kalorienbombe eben.
Das Rezept

Mehr gibt es nicht zu erzählen, ich bin fett obwohl ich keinen Appetit mehr habe und könnt eigentlich super hungern momentan, aber ich tu es nicht. Es wäre nicht gut, irgendwann würden die Essanfälle wieder kommen. Aber ich esse wirklich weniger momentan. Vielleicht nicht Kalorientechnisch, aber von der Menge her auf jeden Fall. A. hat mir mal wieder den Appetit verdorben, das kann er echt gut.

Morgen gehe ich meine alte Klasse besuchen. Das wird... interessant.

Montag, 10. Dezember 2012

Antriebslos

Uuund die Antriebslosigkeit ist zurück, yeah.

Das sieht momentan so aus:

Ich habe geschlafen bis halb 12, dann lag ich im Bett mit meinem Laptop und habe irgendwelche Videos geschaut. Um 1 habe ich mich gezwungen aufzustehen und zu duschen, da ich heute noch einen Arzttermin habe und nicht mit fettigen Haaren meine Wohnung verlasse.
Dann habe ich mich gezwungen zu frühstücken, obwohl ich eigentlich nichts zu mir nehmen will. Auch kein Wasser.
Natürlich habe ich am Ende viel mehr gegessen als ich eigentlich wollte. Unlogisch.

Montags sollte ich eigentlich ins Fitnessstudio gehen, aber ich schaffe es einfach nicht, aufzustehen. Außerdem muss ich noch saugen, aufräumen und abwaschen.
Dazu kommt, dass meine Beste morgen Geburtstag hat und ihre Torte noch vorbereiten muss.

Aber ich fühle mich, als hätte ich kein bisschen Kraft mehr übrig.
Ich kann einfach nicht aufstehen, es geht nicht.

Ich habe mich jetzt dazu entschieden, nicht ins Fitness zu gehen, weil ich das heute nicht kann. Ich dachte, dann hätte ich vielleicht weniger Druck und würde endlich anfangen können, meine Wohnung zu säubern. Aber das klappt nicht.

In eineinhalb Stunden muss ich los. Ich kann nicht..

Aua

Mein Rumgejammere von wegen A. würde mich zu fett finden wenn er mich wiedersähe und den ganzen anderen Kram, den ich gerade gepostet hatte, kann ich wohl wieder löschen.

Er hat mich schon wieder versetzt. Gestern hieß es noch, wir würden uns morgen treffen, aber jetzt geht es plötzlich schonwieder nicht.

Ich hab keine Lust mehr. Ich liege jetzt gerade in meinem Bett und vergieße Tränen für jemanden, dem ich anscheinend so unwichtig bin, dass er immer wieder Dinge findet, die er lieber tut, als sich mit mir zu treffen.

Es tut echt weh und ich will nicht, dass man mit mir so umgeht.

Ich hab keine Lust mehr darauf.

Wenn er wüsste, wieviel Gedanken ich mir jedesmal gemacht habe, als er sagte, wir würden uns sehen.
Ich habe mir extra ein neues Outfit besorgt, es liegt jetzt schon ewig auf meinem Sofa. Ich habe es kein einziges Mal angehabt, weil es unbedingt frisch sein sollte, wenn wir uns treffen.
Ich weiß genau, wie ich mich schminken wollte, wie meine Haare aussehen sollten. Alles.
Und ich mache mir andauernd Gedanken darüber, dass er mich zu fett finden wird.

Wozu das alles? Kann er sich nicht mal entscheiden, ob er mich sehen möchte, oder eben nicht? Ob ihm etwas an mir liegt oder nicht?

Verdammt, hör auf auf meinem Herz rumzutrampeln


Sonntag, 9. Dezember 2012

AngstAngstAngst

Okay, tut mir Leid, dass ich heute zweimal poste, aber das ist wirklich wichtig.
Ich bin kurz vorm Durchdrehen.

Morgen treffe ich mich, wenn alles gut läuft, mit A.

Gestern haben wir uns ja das erste Mal seit Langem wiedergesehen, aber es war schummriges Licht und er war bestimmt angetrunken. Das bedeutet, er hat mich nicht richtig gesehen.

Ich habe aber 5 Kilo zugenommen.
Und ich habe wirklich, WIRKLICH, verdammt große Angst, dass er anders zu mir ist, weil ich zugenommen habe.

Horrorszenario: Wir sind bei ihm, küssen uns wieder, dann sagt er: 'Sorry, ich kann das nicht. Du bist einfach nicht mehr anziehend für mich.'
Jetzt ehrlich, daran denke ich die ganze Zeit und ich will nicht, dass das passiert...

Falls er mehr will, kann ich das überhaupt? Mein Körper ist so auseinandergegangen, ich will nicht, dass ihn jemand berührt, ich habe ja schon Probleme damit, ihn selbst zu berühren.

Ihr glaubt nicht, was für eine Angst ich vor morgen habe.
 Ich könnte heulen

Wiedersehen

Ich bin total im Stress, gerade ist wieder ein kleiner Ansturm auf die Theke.
Meine beste Freundin eilt an mit vorbei und ruft mir im Vorübergehen zu: 'A. ist da.'
Mein Herz macht einen Aussetzer.
Ich versuche, ihn in der Menge vor der Theke auszumachen, kann ihn aber nicht finden.
Mein Kopf arbeitet - wir haben uns so lange nicht gesehen und jetzt sieht er mich das erste Mal wieder und ich sehe aus wie sonstwas, weil ich schon einige Stunden gearbeitet habe. Na super.
Ich zittere nur noch und mache Fehler, weil ich so aufgewühlt bin.

Gerade stehe ich vor dem Pizzaofen und schiebe eine Pizza in die Öffnung, als er auftaucht.
'Hi' sagt er und ich beuge mich vor. Er küsst mich drei mal auf die Wangen, ich hasse solche Begrüßungen, aber bei ihm ist das okay. Der Kunde daneben wird schon ungeduldig.
'Wie geht's?', fragt A.
'Ganz gut, aber ich bin gerade im Stress, sorry. Was willst du trinken?'
'Nichts, danke. Ich komm später wieder.'
Und er verschwindet wieder in der Menge.

Von da an versuche ich, möglichst gut auszusehen, ziehe den Bauch noch mehr ein als sonst, laufe aufrechter, trage öfters Labello auf und versuche, mein verwischtes Make-Up zu retten.


Einge Stunden später - ich zapfe gerade ein Bier - kommt er wieder zur Theke zurück.
Er wedelt mit einem Geldschein.
Ich kassiere das Bier ab und komme zu ihm.
'Dieses eine Mädchen, dass mit uns da ist,' schreit er mir ins Ohr - in meinem Kopf bildet es schon die nächsten Sätze: Eigentlich wollten wir sie verkuppeln aber jetzt hängt sie sich an mich ran - 'endlich hat sie sich mal mit O. eingelassen. Das hat echt ewig gedauert!'
Puh.
'Für wann hatten wir uns nochmal verabredet? Für Montag?', fragt er.
'Ja.' Meine Miene verändert sich. Jetzt kommt die Absage, die ich erwartet hatte.
'Okay, weil ich nämlich nachmittags ein Shooting habe.' Meine Miene spricht Bände.
'Ich habe sowieso um halb 6 einen Arzttermin und kann erst danach.'
'Bei mir oder bei dir?'
'Bei dir, wenn überhaupt' lache ich.

Und ich fühle mich, als würde ich auf Wolken gehen.




Übrigens habe ich eine neue Seite gemacht, auf der ich ein paar Fotos von mir veröffentlicht habe. Es werde noch mehr hinzukommen.


Freitag, 7. Dezember 2012

...

Okay, heute ist definitiv nicht mein Tag.
Ich hasse den Dezember und ich will, dass er endlich vorbei ist.

Heute früh hatte ich eine Massage (ich habe Probleme wegen meiner schiefen Wirbelsäure) und danach war ich noch ein bisschen in der Stadt, habe aber nichts gekauft. Ich bin momentan einfach nicht in einer Situation, in der ich mich von irgendwelchen Sales beeindrucken lassen sollte.
Ich habe es zuhause auch hinbekommen, eine Einkaufsliste zu schreiben und war einkaufen, sogar zu Fuß und nicht mit der Straßenbahn.

Wieder daheim wurde ich müde. Eigentlich hätte ich ins Fitness gehen sollen, aber ich war so müde. Eine halbe Stunde habe ich geschlafen, danach war ich richtig schlecht drauf, hab erstmal gefressen und dann IST MEIN STUHL UNTER MIR ZUSAMMENGEKLAPPT.
Es ist ein Klappstuhl, okay, aber es ist schon bitter wenn der Stuhl in sich zusammenfällt, wenn man sich auf ihn setzt.

Ich wäre echt gerne zu meiner Schwester gegangen, aber ich muss es auch mal alleine schaffen. Ich muss einfach.
Ich könnte heulen, aber ich versuche mich mit irgendwelchen schwachsinnigen Videos aufzuheitern.

Und außerdem ist mein Auge seit Dienstag entzündet und morgen muss ich ab 23 Uhr auf einer Dubstep-Party arbeiten und das werde ich ganz sicher NICHT mit Brille tun.

Achja, A. will sich angeblich Montag mit mir treffen. Er wird eh wieder absagen.

Und ich bin fett. Ich will wieder abnehmen. Aber ich darf nicht. Es wäre nicht richtig.

Oh Gott ich hasse mein Leben.

Sorry für mein rumgeheule, musste grad einfach sein. Ich fühle mich so einsam obwohl ich weiß, dass ich es nicht bin.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Schlechte Tochter

'Ich wollte mit dir noch über eine Sache reden.'
'Und zwar?'
'Was machst du an Heiligabend?'
'Ich möchte Heiligabend bei meiner Schwester sein. Danach muss ich sowieso arbeiten.'
'Okay. Das bedeutet also, dass ihr beide mit der Familie ihres Freundes Weihnachten feiert. Mit einer neuen Familie. Und nicht mehr mit mir.'
'Ich möchte eben mit ihr feiern.'
'Weißt du eigentlich, wie sich das anfühlt?'

Ja Mama, ich weiß es. Aber du weißt nicht, wie es sich jedes Jahr für mich angefühlt hat, zu wissen, dass ich mit dir Weihnachten verbringen musste. Jedes Jahr gab es Stress, niemals war es ein glückliches Fest. Ich habe es immer gehasst, aber ich wollte dich nicht verletzen. Deshalb bin ich immer mitgekommen, jedes Jahr. Nur damit du nicht traurig bist.

Aber ich bin inzwischen älter geworden, ich habe ewig meinem 18. Geburtstag entgegengefiebert weil ich wusste, dann kann ich ausziehen und muss endlich nicht mehr auf verhasste 'Familien'feste.

Ich habe solche Schuldgefühle, ich bin keine gute Tochter. Für niemanden.

Aber ich werde dieses Jahr tun, was mir gut tut.
Ich bin alt genug.

Ich darf das.
Glaube ich.
Darf ich das?



Mittwoch, 5. Dezember 2012

'Kann ich deine Nummer haben?'

Ich werde, wie die meisten Frauen, auch manchmal nach meiner Handynummer gefragt. Seit ich in der Disco arbeite natürlich noch häufiger, betrunken hat man schließlich weniger Hemmungen.

Jedenfalls hasse ich das. Jedesmal muss man sich ewig rausreden und es wird nachgehakt und gebettelt. Ich fühle mich so verdammt unwohl, wenn das passiert. Ich habe vielleicht zwei Mal meine Nummer herausgegeben, aber dann habe ich mich nie mehr bei denjenigen gemeldet.

Auch Treffen mit Leuten, die ich nicht gut kenne, mag ich gar nicht. Ich kann mich mit einem Mann noch so gut verstehen, sobald er von so etwas anfängt, gehe ich auf Abstand.

Ich fühle mich wirklich extrem unwohl, wenn ich so etwas gefragt werde und ich das Treffen, dass ich vorgestern hatte, war auch das erste, dass ich jemals zugesagt habe. Und davor habe ich mich nochmal schön vollgestopft weil ich so Angst hatte und es gar nicht wollte.

Kennt das vielleicht jemand von euch? Ich finde das so komisch, eigentlich müsste man sich doch geehrt fühlen, wenn jemand Interesse zeigt, oder nicht?



Montag, 3. Dezember 2012

Fuck life

Mir gehts beschissen.

Heute war eigentlich ganz okay, ich habe mich ja mit diesem 'Bekannten' getroffen und es lief ganz gut. Ich will nur einfach nicht mehr, mich stößt das ab. Er wollte, dass ich noch mit zu ihm nach Hause komme und ich musste mich rausreden, ich hasse sowas...
Dann bin ich ins Fitness gefahren, habe nur 35 Minuten Radfahren geschafft und dann noch Krafttraining. Hatte den ganzen Tag nichts richtiges gegessen und mir war total übel, deshalb war ich auch so schlecht.

Zu Hause E-Mails gecheckt, wiedermal eine besonders nette von meinem Erzeuger dabei...
'Ich weiss nicht was für einen Trip du fährst.'
'Ich habe keinen Willen und keine Kraft für solche Spielchen übrig.'
'Ein Gruss von mir aus der Fremde an die Fremde.'

WER WOLLTE DENN DASS DAS ALLES VOR GERICHT KOMMT? NICHT ICH!

Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, es reicht...
Ich will nicht mehr weiter machen
Dieses verdammte Loch wird größer und größer, es hat mich schon längst verschluckt und jedesmal wenn ich den Rand zu greifen bekomme, versuche mich hochzuziehen, rutsche ich wieder ab und falle in die Dunkelheit zurück.

Ich spüre nur noch Verzweiflung.
Das muss einfach mal ein Ende finden...

Ich hasse dich, Papa
Ich wünschte, du würdest einfach aus meinem Leben verschwinden, dann müsste ich diese Schmerzen nicht länger ertragen



Oh klar, und natürlich habe ich viel zu viel gegessen. Ich kann echt gar nichts.

Cheers.

Und wieder am Boden?

Ich bekomme momentan gar nichts mehr hin.
Freitag hab ich zu ungesund gegessen, weil ich so aufgeregt vorm Arbeiten war. Kalorienmäßig war es nur wenig über dem normalen Maße.
Samstag habe ich den ganzen Tag heulend im Bett verbracht, gefressen und versucht, mich zu betrinken. Irgendwann bin ich zu meiner Schwester, sie hat mich abgelenkt. Auf dem Weg zu ihr sah ich aus wie eine Leiche und einige Leute haben mich komisch angestarrt. Mir egal.
Heute, also Sonntag, habe ich mich eigentlich echt gut geschlagen. Nur bekam ich dann gegen Abend totalen Heißhunger auf Schokolade und bin zur Tankstelle gelaufen um mir eine Packung Kekse und zwei Snickers reinzuschaufeln. Den Sekt nicht zu vergessen.

Außerdem türmt sich in meiner Wohnung gerade das Geschirr, da ich keine Kraft hatte, irgendetwas abzuwaschen. Welcome back, Antriebslosigkeit.

Morgen treffe ich mich mit einem 'Bekannten'. Bekannter passt eigentlich gar nicht, ich kenne ihr überhaupt nicht. Wir haben uns erst einmal gesehen und in der letzten Zeit öfters mal über Facebook geschrieben.
Eigentlich treffe ich mich nie mit Männern, die ich nicht gut kenne. Ich mag das einfach nicht und habe Angst davor. Aber ich muss das irgendwann mal ändern, meint ihr nicht? Ich könnte so viel verpassen dadurch, und gehen kann ich dann ja immernoch.
Deshalb treffen wir uns morgen und ich habe absolut keine Lust.

Naja, vielleicht wirds ja ganz lustig.

Sorry für meinen letzten deprimierten Post und ich hoffe euch geht es gut.

Samstag, 1. Dezember 2012

Happy Birthday Daddy


1.12.
Heute hat mein Vater Geburtstag.
Ich weiß nicht, was ich ihm schreiben soll. Ich bin immernoch wütend auf ihn, verletzt.
Aber wenn ich ihm nicht schreibe, dann habe ich gar keine Chance mehr darauf, dass er bei der Unterhaltsberechnung etwas gnädiger ist.
Wenn er will, kann er meinen ganzen Lohn von seinem Unterhalt abziehen. Das ist so eine beschissene Regelung, es macht mich schon wieder wütend, nur daran zu denken.

Also, spielen wir mal wieder die perfekte Tochter.
Ich bin es so leid.

EDIT:
Es ist jetzt 17:50 Uhr und ich sitze immernoch im Schlafanzug auf meinem Bett, habe es nicht geschafft auszustehen. Habe gefressen, habe zu viel geweint
Bin alleine
Und der Alkohol ist auch leer
Und in mir tut alles weh
Als würde jemand mit einem Messer in mir herumstochern

Traue mich nicht meine Schwester anzurufen, hab keine Kraft mich anzuziehen und zu ihr zu fahren
Will sie nicht mit runterziehen
Ist schließlich auch ihr Vater

Mein Herz brennt, kennt ihr das?

Donnerstag, 29. November 2012

Erklärung (nicht beim Essen lesen) :D



Ich sitze im Bus, völlig fertig vom Fitness und freue mich nur noch auf mein Abendessen.
Plötzlich fängt auf dem Sitz hinter mir eine Frau an zu husten. Sie hört nicht mehr auf und es wird immer schlimmer.
Ich spüre, wie Hitze in mir hochsteigt, wie ich die feinen Härchen auf meinen Armen aufstellen, wie meine Lungen sich zusammenschnüren. Ich will weglaufen, werde panisch.

Klingt komisch, oder?

Erklärt aber einiges.

Als ich kleiner war hatte ich jeden Abend vorm Einschlafen starken Schüttelfrost und Übelkeit. Ich musste mich jede Nacht anstrengen, mich nicht zu übergeben.
Wenn meine Mutter zu viel getrunken hatte bin ich selbst im Winter auf den Balkon unserer Wohnung gerannt, um sie nicht auf der Toilette zu hören.
Ich habe mich erst einmal von Alkohol übergeben müssen, weil ich immer alles versuche, damit das nicht passiert.

Ich habe einfach riesige Angst davor. Schon wenn jemand etwas stärker hustet kriege ich Angst.

Und das erklärt auch, weshalb ich nicht den weit verbreiteten Vorstellungen meiner Essstörung entspreche. Ich habe es schon oft nach Essanfällen versucht, das stimmt. Aber ich hatte immer zu viel Angst.

Tut mir Leid, dass ich so ein ekliges Thema anschneide, aber es nervt einfach, nie ernst genommen zu werden, weil man nicht dem entspricht, was die Leute so erzählen.



Mittwoch, 28. November 2012

Fitnessfrust

Kurzer Post wegen Deprimiertheit.

Vorhin war ich das erste Mal wieder im Fitnessstudio. Ich war eine Stunde zu früh für den Bauchkurs, in den ich früher immer gegangen bin und habe deshalb eine halbe Stunde am Crosstrainer verbracht (-121 kcal) und den Rest der Zeit mit Krafttraining.
Dann war es soweit und ich traute mich ganz alleine, ohne meine Schwester bei mir, in den Raum hinein. Ich schaute mich sofort um und war zum Glück nicht die Dickste, was mir schon mal etwas Motivation gab.

ABER.

Ich habe KEINE EINZIGE Übung durchgehalten.
KEINE.
Ich habe mich so geschämt. Am Liebsten hätte ich gleich in der Umkleidekabine losgeheult, aber da waren ja auch die ganzen anderen Teilnehmerinnen des Kurses.

Ihr glaubt nicht, wie ich mich geschämt habe... Dazu kam noch, dass ich eine riesige Jogginghose trug und ein Sackartiges Oberteil und dadurch aussah, wie ein fetter Kloß.

Da mir dann noch der Bus und die Straßenbahn vor der Nase wegfuhren musste ich durch den Regen laufen und dann 10 Minuten an der Haltestelle warten.
Aber ich habe es geschafft, mich in der Zeit zu beruhigen und darüber freue ich mich ein wenig.

Es geht weiter und wenigstens habe ich überhaupt etwas gemacht.



Sorry für das Ausgeheule, aber das musste gerade einfach sein.

Weihnachten, das Fest der Liebe





'Dein Vater zahlt dir viel zu wenig Unterhalt, er rechnet sich arm.' Schön zu hören, dass ich ihm soviel bedeute
'Wieso nimmt er dich dieses Wochenende nicht zu sich? Ich raste aus! Ich brauche auch Zeit für mich!' Schön zu hören, dass mich weder meine Mutter noch mein Vater bei sich haben wollen

'Deiner Mutter geht es nur ums Geld. Das Geld ist ihr am wichtigsten.' Schön zu hören, dass ihr nicht ihre Tochter am wichtigsten ist
'Meine Frau und ich wollen nicht mehr, dass du uns besuchen kommst. Du bist wie ein dunkler Schatten über unserem Wochenende.' Schön zu hören, wie lieb mein Vater mich hat.

Ja, es tut weh. Nein, ich habe keine Lust mehr, die perfekte Tocher zu spielen.

Und jetzt kommt Weihnachten. Ich habe es schon immer gehasst, ich habe die Feste bei meinen Großeltern gehasst, weil sich dort sowieso nur alle angeschrien haben. Ich habe die Feste bei meinem Vater gehasst, weil es wie auf einem Minenfeld war und jeder falsche Satz alles zum explodieren bringen konnte. Und jetzt bin ich endlich alt genug, nicht mehr mitgehen zu müssen. Aber das ist auch nicht besser.
Ich will nicht, dass Weihnachten kommt. Ich will nicht hören, wie schön die Familienfeste von allen waren, wie viel Spaß sie zusammen hatten.
Klar, ich darf bei der Familie des Freundes meiner Schwester mitfeiern. Mit meiner Schwester, sie ist das Stück Familie, das mir bleibt. Und um 12 muss ich sowieso zur Arbeit.

Aber trotzdem tut es verdammt weh.
 Ich will auch eine intakte Familie. Wenigstens ein Elternteil, auf das ich bauen kann. Eine Mutter oder einen Vater, der mich liebt, wie ich bin. Mich nicht dauernd enttäuscht.

Wieso geht das nicht?



Dienstag, 27. November 2012

Tagesplan und Foto

Ich hatte euch ja schon angekündigt, mal etwas über meinen Tagesplan zu erzählen. Hier ist der Post ;)

Antriebslosigkeit
Bevor ich in die Klinik kam und auch hin und wieder als ich dort war, hatte ich Tage, an denen einfach gar nichts ging. Ich kam nur schwer aus dem Bett (wenn überhaupt), hatte keine Kraft zu gar nichts, meistens putzte ich nur kurz meine Zähne und zog mir irgendwas an, was grade in Reichweite war.
Als ich noch zu Hause war, ging ich an solchen Tagen nicht zur Schule und stand gar nicht erst auf, weshalb ich auch eine Menge Fehltage habe. Ich lag den ganzen Tag im Bett und surfte im Internet oder versuchte zu schlafen. Ich fühlte mich wie ein unnützer, leerer Akku, für den das Ladegerät verloren gegangen ist.

Seit ich einen strukturierten Tag habe, fühle ich mich, als wäre das Risiko gesunken, dass ich solche Tage erlebe. Kann natürlich Einbildung sein, aber ich möchte es lieber nicht nachprüfen.

Schlafprobleme
Damals trank ich täglich etwa 1,5l Cola Light. Zusätzlich nahm ich Coffeintabletten, da ich immer müde war. Ich schlief andauernd in der Schule, aber nachts ging gar nichts - meistens konnte ich nicht mehr als 3 Stunden schlafen. Das ganze Coffein wurde mir in der Klinik verboten und jetzt brauche ich es nicht mehr.

Jetzt mache ich um 23 Uhr alle technischen Geräte aus, damit ich auch irgendwann schlafen kann. Um 9 Uhr klingelt mein Wecker und ich stehe auf. Jeden Tag.

Unregelmäßige Mahlzeiten
Durch meine Bulimie versuchte ich natürlich, so oft und lang wie möglich zu hungern. Ich aß nichts, so lange es ging und dann stopfte ich alles in mich hinein, was ich finden konnte. Es gab absolut keinen Rythmus mehr.

Die Zeiten, an denen ich esse, habe ich festgelegt. Es ist sehr wichtig, dass ich sie auch einhalte. Wenn nicht, bekomme ich meistens Heißhungerattacken.



Und deshalb auch der Tagesplan. Ich möchte ihn euch zeigen:



Ich hoffe, man erkennt etwas. Kreativ bin ich nicht besonders, deshalb sieht er auch nicht so toll aus, wie ich das gerne hätte. Aber für meine Verhältnisse habe ich ihn ganz gut hinbekommen :D



Und mal ein aktuelles Bild von mir. Ich steh irgendwie komisch da, sorry.
Ich finde mich nach wie vor ekelhaft, nur mal so am Rande :D





Soviel dazu. Ich hoffe euch geht es gut und danke an alle treuen Follower :)


Samstag, 24. November 2012

Update

Eine kurze Meldung von mir:
Momentan habe ich nicht besonders viel zu erzählen, meine Tage sind ziemlich vollgestopft und ich genieße es, wieder Dinge tun zu können.


Heute wollte ich mich mit A. treffen, aber er hat 3 Stunden vorher abgesagt. Das Treffen haben wir auf Montagabend verschoben. Ich habe mich heute extra herausgeputzt, mir neue Schminke und ein Outfit gekauft, außerdem noch die Haare frisch gefärbt. Ich sollte mir nicht immer so viel Mühe für nichts geben.
Egal, Montag eben alles nochmal machen.

Gewogen habe ich mich heute, da ich bei Freunden zum Essen eingeladen war. Ich hatte einen Rock, Strumpfhose, Top, Pulli und Tuch an und hatte schon gefrühstückt. Mein Gewicht war 59,6 kg. Da ich letzten Donnerstag in der Klinik in Unterwäsche noch 59,3 kg hatte schließe ich mal ganz gewagt daraus, dass ich abgenommen habe und bin erleichtert darüber. Obwohl ich noch kein einziges Mal im Fitnessstudio war! Schande über mein Haupt :D

Meinen Gewichtsverlauf auktualisiere ich jetzt wieder ab und zu und eine Seite für mein Esstagebuch habe ich auch erstellt.
Momentan habe ich übrigens absolut keinen Appetit und muss mich die meiste Zeit dazu zwingen, überhaupt etwas zu essen. Aber ich halte mich an meine drei Mahlzeiten denn ich weiß, wenn ich eine ausfallen lasse, kommt später der Mörderhunger und ich fange an zu fressen. Bisher konnte ich das einigermassen vermeiden.

Ich hoffe mal, ich habe euch bald wieder etwas interessantes zu erzählen.
Am Dienstag bekomme ich eine Kamera geliehen und möchte dann ein paar meine Bilder aus der Klinik für euch abfotografieren und vielleicht fällt mir ja noch etwas ein, was ich euch zeigen kann.

Bitte entschuldigt meine Inaktivität, aber ich koste mein neues Leben momentan einfach sehr aus und bin gerade nicht so extrem viel auf Blogspot. Wie ich mich kenne wird sich das aber bald wieder ändern ;)

Bleibt stark!





Mittwoch, 21. November 2012

Heimkehr und Antriebslosigkeit + Bilder

Da bin ich wieder.
Entschuldigt bitte, dass ich mich nicht gemeldet oder auf Kommentare genatwortet habe, aber es war einfach viel zu tun.

Ich bin jetzt seit einigen Stunden entlassen und zu Hause.
Und wisst ihr was?
Es ist ein echt tolles Gefühl :)

Ich hatte Angst, dass ich hier her kommen würde und dann erstmal einen Zusammenbruch habe. Aber dem war gar nicht so - ich habe mich einfach gefreut und zuhause gefühlt.

Vor der Klinik hatte ich totale Antriebslosigkeit: Ich konnte einfach gar nichts mehr tun. Meine Wohnung sah wirklich schlimm aus, ich habe niemanden mehr zu mir gelassen, weil es mir so unangenehm war. Und ich habe mich extrem unwohl gefühlt, wenn ich zuhause war. Ich weiß, es ist ekelhaft, aber ich konnte nichtmal putzen oder aufräumen.

Während den Wochenenden, die ich in den letzten Wochen zuhause verbracht habe, habe ich aufgeräumt und geputzt, außerdem etwas hübscher dekoriert. Eine neue Lampe gekauft, da meine alte Deckenlampe seit Ewigkeiten kaputt ist.
Jetzt sieht es so viel besser aus hier, wenn auch nicht wirklich gemütlich. Es stehen noch eine Menge Umzugskartons herum, da ich mich ab jetzt auch wieder auf Wohnungssuche machen möchte. Wozu also verräumen, wenn ich hoffentlich bald sowieso wieder alles einpacken muss? ;)


Jedenfalls bin ich sehr froh, dass die Antriebslosigkeit endlich weg ist. Das Gefühl ist schrecklich, man hat keine Kraft für nichts, obwohl man sich doch so unwohl fühlt... Ich hoffe, es kommt nicht so schnell zurück.

In meinem nächsten Post erzähle ich euch mal ein bisschen von meiner Tagesplanung, sie ist hilfreich, das könnt ihr mir glauben ;)



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Zum Schluss und völlig unpassend möchte ich noch ein paar Bilder von Halloween mit euch teilen. Ich habe versucht, es mir mit zwei Mitpatienten in der Klinik gemütlich zu machen und das ist dabei herausgekommen







Ich hoffe euch geht es einigermassen gut und mache mich jetzt mal an die Kommentare hier :)

Montag, 19. November 2012

Chili

Ich sitze auf meinem Klinikbett, den Laptop auf dem Schoß. Höre Sia auf Dauerschleife, fresse mich durch die Geschichten auf euren Blogs und die verlorenen Bilder auf Weheartit.
Mein Kopf voller Gedanken, mein Bauch voller Steine. Enttäuschung im Herzen.
Es hilft nichts. Ich finde keine Ruhe.
Auf dem Boden neben dem Bett liegt eine Plastiktüte von Müller, mein 'Notfallkoffer'. Ich greife nach den Chilischoten. Muss noch einmal in den Speiseraum, um die Packung aufzuschneiden, meine Schere wurde mir schon lange entwendet.
Zurück auf meinem Bett beiße ich ein winziges Stück der kleinen, roten Schote ab und muss erstmal Husten. Angst steigt in mir auf, ich kann dieses ekelhafte Gefühl nicht stoppen, mein Mund brennt- und dann tut es gut. Ich mag das Gefühl und koste es aus. Als es aufhört, will ich es wieder und beiße noch einmal ab, dann ein drittes Mal. Der Husten wird unerträglich, ich spüre, wie mein Mageninhalt nach draußen drängt.
Zum Glück geht das schnell wieder vorbei und der süße Schmerz ist das Einzige, was zurückbleibt.
Trotzdem hole ich mir noch eine Milch mit viel Kaba. Essen ist immer da. Essen lässt mich nie allein. Essen füllt die Leere. Essen beschäftigt mich. Essen ist mein bester Freund.

Und morgen ist der letzte Tag hier. Dann muss ich wieder nach Hause.
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Elternliebe

Mein Vater rechnet sich arm, er müsse sein Auto abbezahlen und habe eine Zusatzversicherung zu begleichen.
Er will mir weniger Unterhalt bezahlen, als er müsste.
Außerdem soll ich angeben, wie viel ich verdiene, was dann natürlich auch vom Unterhalt abgezogen würde.

Meine Mutter zahlt mir sowieso fast nichts, da ihre Wohnung so teuer ist.

Ist ja nicht so, dass ich monatlich 400€ Miete zu bezahlen habe und außerdem noch 280€ Tagesgeld für die Klinik, die Rechnung wird schnell da sein.
Was ich natürlich auch super kann, mit 340€ von ihm und 200€ von meiner Mutter.
Was bleibt übrig, wenn man die 400 abzieht?
140€. Davon soll ich irgendwie die Rechnung bezahlen, Essen und Leben. Super.

Danke, Eltern. Die Verhältnisse wäre geklärt.

Geld geht eben über die Tochter.




...Nicht.

Sonntag, 18. November 2012

Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse.

Ich möchte euch jetzt doch noch von meinem Wochenende berichten.
Gestern Abend war ich auf einem Geburtstag in einer Bar und hab ordentlich reingehauen. 2 Wodka-Lemon, 2 Wodka-Bull, 4 Joster, 1 Weinschorle und noch das Probieren der Cocktails von Freunden - es war keine gute Idee. Ich habe einfach zu lange nicht mehr richtig getrunken.

Heute morgen bin ich aufgewacht und dachte ich sterbe gleich :D
Ich habe erstmal Panik bekommen weil ich dachte, ich würde es nicht zum Zug zurück in die Klinik schaffen. Nach drei Stunden rumliegen habe ich mir dann endlich eine Buchstabensuppe gekocht und danach ging es mir wieder besser.

Hiermit habe ich euch meinen ultimativen Kater-Tip verraten: Brühe mit Buchstabennudeln. Danach geht es mir IMMER besser.

Jedenfalls habe ich somit heute gegessen:
Mittags: 2 Teller Buchstabensuppe, 1 Knusperjoghurt, 1 Keks
Abends: 2 Scheiben Brot, 2 Scheiben Käse, Marmelade, etwas Frischkäse mit Tomate, 1 Birne

Und gestern:
Frühstück: 2 Brötchen mit Marmelade und Honig, 1 Kiwi
Mittagessen: 3 kleine Kartoffeln, 1 Kräuterquark light, 1 Backfischfilet, 1 'Light-Pudding', 2 Stückchen Schokolade
Abendessen: Ein paar Löffel Möhrensuppe, 1 Sandwich mit Käse, Schinken, Tomaten und Pommessauce (meine Schwäche :/ )
Nachts: Ein Stückchen Schokomuffin, 3 Celebrations, ein paar Pommes


Ich habe mich jetzt dazu entschieden, mein Essen wieder hier zu dokumentieren. Ihr könnt es beim Lesen überspringen wenn ihr möchtet, aber vielleicht hilft es mir, mich in Zaum zu halten. Mir ist es sowieso unangenehm, weil es so viel ist. Aber wahrscheinlich sollte ich lernen, das nicht mehr zu denken.



Einfach mal freuen


Ich besitze keine Waage mehr! :)
Außerdem hat A. mir zwei Tage genannt an denen wir uns treffen können



I'm like...






Freitag, 16. November 2012

Zunehmen durch die Therapie?

Zu Anfang: Ich bin durch einen Post von Mael darauf gekommen, das hier aufzuschreiben.

Als das mit dem Abnehmen noch gut geklappt hat ging es mir zwar auch nicht gut, aber ich wäre niemals in Behandlung deswegen gegangen, weil ich ja schön weiter abnahm und das war die Hauptsache. Außerdem hatte ich von mehreren Betroffenen gehört, dass man bei und nach eine Behandlung erstmal sehr viel zunimmt. Zusätzlich hatte ich selbst schon eine Menge Reportagen gesehen, wo essgestörte Mädchen nach langer Behandlung ziemlich mollig / dick geworden sind.
Das ist ja auch total logisch, der Körper will sich eben alles zurückholen.

Es gab also keinen Grund für mich, überhaupt nur an eine Klinik zu denken. Dick zu sein ist schlimmer als unglücklich zu sein. Dachte ich damals.


Dann fingen die Essanfälle an. Plötzlich wollte ich so schnell wie möglich in eine Klinik, da ich über gar nichts mehr die Kontrolle hatte. Ich nahm zu und war todunglücklich. Es sollte möglichst schnell gehen, ich wollte ja nicht noch dicker werden.

Mit 59 Kilo kam ich in die Klinik. BMI 20,2

Ich aß jeden Tag drei Mahlzeiten, Frühstück, Mittag- und Abendessen. Anfangs hatte ich noch viele Ausrutscher und aß mehr als ich sollte, aber es pendelte sich ein. Inzwischen habe ich deutlich seltener Gelüste und Essattacken.
Jede Woche beim Wiegen hatte ich panische Angst, zugenommen zu haben. Ich aß ja immer so viel!
Aber mal ehrlich: Mein Tiefstgewicht in diesen 12 Wochen waren 58,5 kg und das höchste waren 59,9 kg.

Gestern war mein Abschlusswiegen: 59,3 kg. Ich habe also in diesen 12 Wochen 300g zugenommen. Von wegen 10 Kilo. BMI 20,3.

Ich weiß nicht, wie es zu Hause weitergehen wird, klar. Aber dann werde ja zusätzlich ich auch wieder Sport machen und deshalb denke ich nicht, dass ich groß zunehmen werde.
Auch wenn ich natürlich immernoch ziemlich Angst davor habe.


Ich möchte euch einfach sagen, dass man bei einer Behandlung nicht immer unkontrolliert und viel zunimmt. Klar, es passiert vielen. Aber es MUSS eben nicht sein.

Also lasst euch nicht verrückt machen, okay? Wenn ihr Hilfe braucht, dann holt sie euch. Es kann nur besser werden.

Mittwoch, 14. November 2012

Körperwahrnehmung

Bevor ich das wieder wegdränge, möchte ich aufschreiben, was gerade in der Körper-Bewegungs-Therapie geschehen ist.

Wir sollten uns auf den Boden legen und dann nacheinander jedes Körperteil wahrnehmen. Danach mussten wir mithilfe verschiedener Materialien unseren Körper darstellen.
Ich habe mir ein Kissen für den Kopf geholt, zwei Kissen für meine Brust, einen Medizinball für meine Wampe und zwei dicke Decken für meine Oberschenkel.

Als wir es durchsprachen, kam erstmal ein anderes Mädchen dran. Sie sollte sich dann auf den Boden legen und die Therapeutin legte mit einem Seil ihren Körperumriss nach. Dann sollte sie ihn sich anschauen.
Das Mädchen ist dünn, ich bin öfters neidisch auf sie, muss ich zugeben. Der Umriss war demenstprechend auch wirklich schmal und die Therapeutin brauchte nur ein einziges Seil um ihn zu legen.

In mir fing es schon an zu kochen, ich war neidisch und bekam dann Panik, weil ich nicht meinen Umriss neben ihrem sehen wollte. Ich hatte solte Angst davor zu sehen, wie fett ich wirklich bin. Ich wollte auch nicht, dass ich ein Seil mehr einnehmen würde als sie.

Als ich dann an der Reihe war und mein Umriss vor mir lag, war er auch ziemlich dünn, aber einfach nicht so schlank wie ihrer. Alle haben mir wiedersprochen, sie wären genau gleich. Ich weiß nicht so recht. Ich habe auch nur ein Seil gebraucht, aber trotzdem. Ich weiß doch, dass ich nicht so dünn bin. Sie ist größer und wiegt zwei Kilo weniger als ich. Logik?

Jedenfalls hatte ich doch angenommen, den Umriss eines Nilpferdes vor mir zu sehen- aber das war es definitiv nicht.

Gerade habe ich mich im Zimmer auf einen Stuhl vor den Waschbeckenspiegel gestellt. Ich kann einfach nicht sagen, ob ich dick oder schlank oder sonstwas bin. Ich weiß es einfach nicht! Das ist so komisch, ich hasse es.
Wie soll ich das denn jemals herausfinden?



Dienstag, 13. November 2012

Perfekte Kindheit?

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass diese Therapiestunde stattfand, aber mir geht es einfach nicht aus dem Kopf.

'Sie hatten keine schöne Kindheit.'
'Doch, hatte ich. Meine Mutter hat sich wirklich Mühe gegeben!'
'An was erinnern Sie sich denn noch? Welche Erinnerungen haben Sie von Ihrere Mutter?'

Erinnern fällt mir schwer, da mein Kopf so oft blockiert, wenn ich es versuche. Ich gebe mein Bestes.


Ich, mit 4 Jahren im Kindergarten. Meine Eltern stehen hinter mir, wollen gehen. Ich stempele mit Apfelhälften auf einem Blatt herum, es soll ein Apfelbaum werden. Das Blatt ist schon völlig überfüllt mit Äpfeln, aber ich höre nicht auf. Es ist mein letzter Tag in diesem Kindergarten, morgen werden wir wieder wegziehen. Ich will nicht gehen.

In der Grundschule, ich komme nach Hause und habe mal wieder meinen Schlüssel vergessen. Ich muss bei einer Nachbarin klingeln, da meine Mutter bis halb 5 arbeitet. Den Nachmittag verbringe ich bei ihr. Hinterher bekomme ich Ärger, weil ich die Frau nicht dauernd nerven soll.

Ich stehe im Flur der Wohnung, in der meine Mutter mit mir wohnt. Sie ist mit irgendeinem Freund im Wohnzimmer. Ich weiß ganz genau was sie tun. Trotzdem klopfe ich, sage, dass ich nicht schlafen kann. Eigentlich stimmt das gar nicht. Eigentlich will ich nur, dass sie mich wahrnimmt und ins Bett bringt.

Circa 4. Klasse, der letzte Urlaub, den ich mit ihr verbrachte. Wir teilen uns ein Doppelbett, alles andere wäre zu teuer gewesen. Ich muss jede Nacht auf die Couch umziehen, weil ich bei ihrem Schnarchen nicht schlafen kann. Ich habe ihr das beim Buchen gesagt, aber es war nicht wichtig.

In der 5. Klasse. Meine Mutter weigert sich, mir neue Hosen zu kaufen, obwohl mir die alten schon zu kurz sind. Ich besitze nur noch 2, die lang genug sind und ziehe mich jeden Tag auf der Schultoilette um. Auf dem Schulweg jedoch schäme ich mich jeden Morgen.

Ich, wie ich mein Pausenbrot aus dem Fenster werfe und meine Trinkflasche ausschütte, damit ich keinen Ärger bekomme. Ich kann einfach nicht so viel essen.

Meine Mutter, weinend in der Küche, auf dem Balkon, im Wohnzimmer, in ihrem Bett. Ich versuche unzählige Male, sie zu trösten.

Es gibt noch ein paar mehr Erinnerungen, allerdings nicht viele.


'Ihren Erinnerungen nach scheint es keine schöne Zeit gewesen zu sein. Sie waren immer alleine, oder?'
'Ja, aber ich habe meiner Mutter oft gesagt, dass alles gut ist, wie es ist und das es mir gut geht.'
'Das haben Sie getan, um sie zu unterstützen, oder?'
'Ja. Ich weiß nicht, wie es wirklich war.'


Wow, ich habe ernsthaft keine einzige schöne Erinnerung mit meinen Eltern zusammen. Keine. Einzige.

Sonntag, 11. November 2012

Halbwissen

'Und wie heißt die Krankheit, die du hast? Magersucht'
'Bulimie. Ich habe keine Magersucht.'
'Achso. Das ist es doch, wenn man sich nach dem Essen übergibt, oder?'
'Naja, nicht nur. Ich übergebe mich nicht. Man kann auch Hungern oder übermäßig Sport machen oder Diatpillen nehmen oder sowas.'
'Achso, ich dachte, da würde man sich einfach nur übergeben.'
 Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich dieses Gespräch schon führen musste.
Ich hasse dieses Halbwissen.

Meine Mutter sagte damals zu mir:
'Du hast eine Essstörung? Aber du bist doch gar nicht klapperdürr?'
Nein, bin ich nicht. Auch wenn ich schon dünner war.
An das Gespräch mit meinem Therapeuten kann ich mich auch noch gut erinnern:
'Was war denn Ihr niedrigstes Gewicht?'
'Etwa 48,5 Kilo. Da hatte ich einen BMI von 16,5.'
'Aha, damals hatten Sie also Anorexie.'

Meine Güte.
Ich kann das alles nicht mehr hören. So etwas fängt im Kopf an und man wird jawohl nicht automatisch untergewichtig, wenn man anfängt, solche Gedanken zu haben.
Das kommt langsam und niemand kann mir erzählen, dass diese Gedanken erst dann real werden, wenn der Betroffene auch wirklich die Grenze zum Untergewicht überschritten hat.
Man sieht so etwas eben nicht sofort.
Ich wünschte, die Leute würden sich wenigstens mal richtig mit solchen Dingen beschäftigen, wenn es sie scheinbar interessiert.

Wisst ihr, was ich daran am schlimmsten finde?
Es gibt mir das Gefühl, ich müsste mich übergeben, um meiner Krankheit gerecht zu werden.
Es gibt mir das Gefühl, ich müsste abnehmen, damit ich überhaupt das Recht darauf habe, mir Hilfe suchen.
Es gibt mir das Gefühl, nicht mal gut genug für eine Esssstörung zu sein. Weil ich mal wieder den Maßstäben nicht entspreche.

Und es gibt wirklich viele Mädchen, die versuchen, unter diese offizielle Gewichtsgrenze zu kommen. Das wisst ihr genauso gut wie ich. Und das kann doch wirklich nicht wahr sein.


Samstag, 10. November 2012

Ich sitze gerade in meiner Wohnung, meiner dunklen, ungemütlichen, ekelhaften Wohnung.
Als ich vorhin den ersten Schritt hier hereingesetzt habe, war mir nach Weinen zumute.
Ich habe erstmal die Fenster aufgerissen, um etwas zu Lüften. Wenn es regnet, wie heute, ist es besonders praktisch, denn dann ist die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch und dieser Keller verträgt ja keine Feuchtigkeit. Ich finde das ziemlich unlogisch, aber ich habs irgendwann mal aufgeschnappt. Keine Ahnung, ob es stimmt.

Dann bin ich zum Kühlschrank marschiert und habe den Joghurt, der letzte Woche übrig geblieben ist, in mich hineingeschaufelt. Danach ein paar Löffel Nutella. Schließlich habe ich mich dazu entschieden, schon zu Mittag zu essen, obwohl erst 11 Uhr war. Essanfall vorbeugen. Haha.
Jetzt habe ich meine Portion Hähnchen-Gemüse-Reispfanne schon verschlungen und muss sagen, gefrorenes Hühnchen schmeckt echt nicht gut.

Ich habe Angst. Nur noch eine Woche ist übrig, am 21. werde ich die Klinik verlassen. Ich kann das nicht. Ich bin noch nicht so weit. Aber ich muss. Habe keine Wahl.

Dienstag, 6. November 2012

Therapie

Ich weiß auch nicht weshalb, aber ich möchte das mit euch teilen, was heute in der Therapie passiert ist.

Es ist schon länger ein Thema bei mir, dass ich große Probleme mit Körperkontakt habe. Das ist nicht bei allen Menschen so, am stärksten aber bei älteren Männern. Fragt mich nicht warum, ich habe keine Ahnung. Wenn mich einer nur leicht berührt zieht sich schon alles in mir zusammen und ich kriege Panik.

Jedenfalls saß ich heute in der Therapie auf dem Boden und ein älterer Mitpatient neben mir.
Unsere Therapeutin hat mich gefragt, ob es okay wäre, wenn er etwas näher rücken würde.
In mir zog sich sofort alles zusammen, ich merkte schon, wie sich meine Brust zuschnürte.
Ich wollte es nicht.
Sie sagte dann, ich solle mich so nah an ihn heransetzen, wie es für mich möglich sei.
Ich rückte näher und fühlte mich schrecklich. Ich wollte einfach nur weglaufen. Versteckte mich hinter meinem Schal und die Tränen kamen ziemlich schnell. Die Luft wollte einfach nicht mehr in meine Lungen strömen und ich gab mir höchste Mühe, nicht zu ersticken. Es drang schon gar nichts mehr zu mir durch, weil ich mich so sehr in mich zurückgezogen hatte.

Dann gab die Therapeutin die Anweisung, dass sich die übrigen Mitpatienten in irgendeiner Form zu dem Mann neben mir oder zu mir Körperkontakt suchen sollten.
Ich bekam richtig Panik und malte mir schon aus, wie sich alle auf mich stürzen würden. Diese Angst war so groß, ich dachte wirklich, ich würde gleich durchdrehen.
Aber dann wurde mir ein Arm über die Schulter gelegt und eine Hand streichelte mein Knie und ich konnte mich langsam, langsam entspannen.
Irgendwann hatte ich sogar wieder die Kraft, aufzublicken und merkte, dass der Mann neben mir und ich jetzt so nah saßen, dass sich unsere Arme berührten.
Ich bekam die Anweisung, ihn anzuschauen und tat das auch. Und ab diesem Moment an hatte ich absolut keine Angst mehr.


Keine Ahnung, was ich jetzt damit anfangen soll.
Aber es hat mich tief berührt

Montag, 5. November 2012

Oh, you're in my veins

Ach ihr Süßen.
Es ist so schwer momentan.

Das Treffen mit A. wurde nichts und nach einem weiteren hat er bisher auch noch nicht gefragt.
Wenn ich an den Wochenenden nach Hause komme, gebe ich mir mit meinem Aussehen immer extra viel Mühe, er könnte mir ja über den Weg laufen. In der Stadt nehme ich die längsten Wege mit Bus und Bahn um vielleicht einen Blick auf ihn erhaschen zu können. Dauernd denke ich, ihn irgendwo zu sehen und mein Herz setzt aus.
 
Aber mal Hand aufs Herz: Wenn eine meiner Freundinnen in dieser Lage stecken würde, dann hätte ich ihr schon längst gesagt, dass es einfach vorbei ist.
Das letzte Mal wirklich lang gesehen haben wir uns im Mai glaube ich. Jetzt haben wir November.
Und wirklich, ich ging die ganze Zeit davon aus, es würde wieder wie zuvor werden, wenn ich erstmal aus der Klinik heraus bin. Ich habe mich so erfolgreich selbst belogen, dass es mir schon fast Angst macht.

Aber inzwischen sehe ich, wie es wirklich um uns steht.

Wir haben eigentlich gar keinen Kontakt mehr, nichtmal über Facebook. Sein Leben ist nicht stehen geblieben, nur weil meines scheinbar nicht weiterläuft. Er ist nicht stehengeblieben um auf mich zu warten, wieso auch.

Ich kann aber so nicht loslassen.
Wenn ich ehrlich bin, bin ich noch immer nicht über meine letzte Beziehung hinweg. Wisst ihr, wie lang diese Trennung jetzt schon her ist? Sie war im August 2011.
Ich habe einfach keine Lust, dass so etwas nochmal passiert.

Aber wie soll ich ihm das denn sagen? Ich schaffe es ja nichtmal ihn anzuschreiben und zu fragen, wie es ihm geht.


Ablehnung ist das Schlimmste.



Sonntag, 4. November 2012

Sinnsuche

Es gibt Menschen, die verrückte Dinge tun.
Man muss nur mal kurz den Fernseher einschalten und schon finden sich ein Mann, der zu Fuß die halbe Welt bereist hat oder Jugendliche, die sich auf halsbrecherische Höhen begeben, um ein gutes Foto zu bekommen.
Aber wieso tun all diese Menschen das? Wieso begeben sich so viele Menschen in Gefahr oder krempeln ihr ganzes Leben um, obwohl das eigentlich völlig unsinnig erscheint?

Ich glaube, sie haben ihren Sinn gesucht.

Mein Leben ist nichts besonderes, es ist nicht spektakulär oder auch nur spannend. Es plätschert eben so dahin. Aber mir fehlt das Salz in der Suppe. Ich möchte eine Aufgabe haben, nützlich sein, etwas erschaffen oder wenigstens etwas interessantes lernen.
Wir sitzen viel zu oft herum und ärgern uns darüber, dass unser Leben nicht perfekt genug ist. Zu langweilig. Dabei übersehen wir aber oft, dass das alles eigentlich in unserer Hand liegt. Klar, manchmal kommt diese Person, die dich aus deinem Sumpf herauszieht und dich ins Abenteuer hineinstürzt.
Aber eben nicht immer.

Wir müssen es selbst in die Hand nehmen. Wenn wir etwas an unserem Leben ändern wollen, dann können wir nicht immer darauf warten, dass es von selbst geschieht oder uns wehmütig an vergangene Zeiten klammern.
Einen Sinn, eine Aufgabe muss jeder für sich selbst finden.

Die Frage ist nur - Wie?

Samstag, 3. November 2012

Träume und Leserfragen

Wie ich letzte Nacht erlebt habe:
A. zieht mich an sich, wir küssen uns. Es ist genau wie früher. Lang, leidenschaftlich. Ich schmelze. Spüre dieses unglaubliche Kribbeln und will gar nicht mehr aufhören.
Nur leider wacht jeder früher oder später wieder auf.

Wie meine Zimmernachbarin die letzte Nacht erlebt hat:
Ich wälze mich im Bett herum und jammere: 'Du Schwein, du bist mein Vater, kümmere dich endlich um mich. Und zahl mir endlich mein Geld. Ich bin deine Tochter!'

Wie das zusammenpassen soll ist mir noch nicht so ganz klar geworden...



Noch etwas ganz anderes, was ich aber mit euch teilen muss.
In der neuen Closer ist eine Leserfrage eingegangen von einem Mädchen, die wissen möchte, ob sie Essgestört ist. Ich weiß nicht mehr den genauen Wortlaut, aber sie hat dauernd Angst, zu fettig zu essen. Ihr Gewicht und ihre Größe hat sie auch angegeben.

Und der 'Psychologe' antwortet ihr: Dein BMI liegt im Normalbereich. Du bist nicht essgestört.

Ja klar. Mich hat das so wütend gemacht! Was ist denn, wenn sie wirklich eine Essstörung hat und jetzt denkt, dass alles super ist wie es ist und immer tiefer reinrutscht? Ich finde das wirklich unverantwortlich. Was meint ihr dazu?

Freitag, 2. November 2012

Innerer Kindergarten

Einzeltherapie.

'Gestern wollten meine Freundin und ich mal wieder einen Gammeltag verbringen. Ganz genau wie früher. X-Box zocken, fernsehen, schlafen, rumliegen. Ich habe mich echt darauf gefreut, früher habe ich diese Tage geliebt. Aber gestern war es anders.
Ich hatte so einen Tatendrang in mir, wollte einfach nicht die ganze Zeit rumliegen, wollte irgendetwas sinnvolles tun. Das geht mir momentan immer so. Ich habe das Gefühl, mein Leben ist nicht gut genug, könnte perfekter oder spannender sein.
Aber viel öfter habe ich diese riesige Antriebsschwäche und Kraftlosigkeit und sitze nur in meiner Wohnung herum, weil ich nicht da raus komme. Dann wundere ich mich immer, dass ich nicht schon zusammengeklappt bin, weil ich mich so erschöpft fühle.'

'Sie haben mehrere Teile in sich, die alle etwas anderes wollen. Das ist völlig normal, wir nennen das innere Familie. In manchen Therapieformen sprechen die Patienten mit diesen Teilen und geben ihnen Raum, um sie besser verstehen zu können.
Diese innere Familie hat jeder, nur bei Ihnen ist es eher eine Art Kinderhort und es fällt Ihnen schwer, diese vielen Kinder zu verstehen und zu bändigen. Stellen Sie sich vor, Sie führen als Mutter ein Auto mit sieben Kindern auf der Rückbank. Da würden Sie doch auch nicht alle Kinder abwechselnd ans Steuer lassen und den einen nach links, den nächsten nach rechts fahren lassen. Sie würden das Lenkrad selbst in die Hand nehmen.'

Es ist schwer, diesen Teil zu verstehen, der schwer auf meine Brust drückt und mich zu Hause gefangen hält. Es ist auch schwer, den Teil zu bändigen, der mich ständig antreiben will und nie gut genug ist.
Aber vielleicht kann ich irgendwann mein Lenkrad finden.
Was heißt vielleicht, ich weiß, dass es in mir ist.




Und ich bin auf der Suche nach mit selbst.

Donnerstag, 1. November 2012

Halloween

Es ist der 1. Oktober 2012, 6 Uhr 40.
Ich stehe auf, damit ich noch rechtzeitig vor meiner Zimmernachbarin ins Bad komme. Heute ist erst um 8 Uhr wiegen, deshalb kann ich meine Haare noch davor waschen, denn dann sind sie schon trocken. Ich schätze, nasse Haare würden einfach mehr wiegen.
Ich komme aus der Dusche und creme mich ein, denke mir dabei die ganze Zeit, dass das alles in meine Haut einzieht und ich später sicher mehr wiegen werde.
Stehe vor dem Spiegel in meinem Zimmer und will meine Kontaktlinsen einsetzen und mich schminken, aber das könnte ja alles mein Gewicht verfälschen.
Trinken ist auch nicht erlaubt.

Meine Güte bin ich naiv.

Heute Nacht war Halloween, so ziemlich die wichtigste Nacht des Jahres für mich.
Ich erinnere mich immer an letztes Jahr... Es war so perfekt, meine Freund, ich und A.
Total betrunken aber glücklich. Der erste Kuss, die erste Nacht. Und am  nächsten Morgen 48,8 Kilo auf der Waage.

Naja, gestern durften wir die Klinik nur bis 23 Uhr verlassen. Da kann man einfach nicht feiern gehen. Mir tat das wirklich im Herzen weh, auch wenn das vielleicht übertrieben klingt.
Am Ende haben dann zwei Mitpatienten mit mir abgehackte Würstchenfinger und Wackelpudding mit Würmern vorbereitet und wir haben Halloween geschaut. Besser als gar nichts...

Nur leider ist, wie gesagt, gleich wiegen.
Und ich habe gestern viel zu viel gegessen.
Was mache ich wenn ich die 60 sehe?
Ich weiß es nicht.

Ich habe Angst.


EDIT NACH DEM WIEGEN
59,4.
59,4!
Ein halbes Kilo weniger!
Jetzt muss ich erstmal jemanden umarmen :)

Dienstag, 30. Oktober 2012

Take me back

Die letzten Tage bin ich nicht groß aufgefallen, hatte mir ein Lächeln ins Gesicht getacktert und die Schwärze dahinter weggeschlossen.
Es war einfach zu viel.
Was sollte ich noch fühlen? Alles geht schief, wenn ein Problem geklärt ist kommt sofort das nächste, nie habe ich einen Moment der Ruhe. Dabei bin ich eigentlich hier, um an mir zu arbeiten.
Aber wenn ich meine Gefühle zugelassen hätte, dann wäre dafür einfach keine Kraft mehr übrig geblieben.

Ich bin vollkommen überfordert, fühle mich wie ein kleines Kind, darf aber keines mehr sein. Muss jetzt alleine in der großen, bösen Welt klarkommen. Soll erwachsen sein. Stark sein.

Ich möchte mich einfach nur in meine warme Decke einhüllen und mit meinen Kuscheltieren im Arm einschlafen. Dann will ich aufwachen und alles soll gut sein. Alles soll wieder leicht und bunt und hell sein. Die Welt ein einziger wunderbarer Spielplatz, den es zu erkunden gibt. Kein gestern, kein morgen. Nur der Moment und der ist perfekt.

Aber das geht nicht, ich kann nicht zurück. Niemand kann das.
Man muss eben das beste daraus machen, was man zur Verfügung hat.


Vorhin habe ich mit meiner Mutter telefoniert, sie hat mir erklärt, was ich morgen auf dem Amt alles sagen muss. Natürlich hat sie auch ein paar Vorwürfe eingestreut und mich ein bisschen angeschrien.
Da bin ich endlich aufgebrochen.
Geheult wie ein Schlosshund, mit geschwollenen Augen und roter Nase zur Pflege gegangen und erstmal kräftig gejammert. Das hat so gut getan, das glaubt ihr gar nicht.
Ich habe mich inzwischen auch wieder gefangen, aber ich lächle wenigstens nicht mehr andauernd.#


Ich will einfach nur, dass das alles endlich vorbei ist.
Aus diesem Alptraum aufwachen und zu leben anfangen.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Wochenende :)

In der Klinik sind die Wochenenden zu Hause als Belastungserprobungen gedacht, d.h. wenn man nach Hause will, muss man sich auch einen guten Grund dafür einfallen lassen.
Dieses Wochenende bin ich das erste Mal wieder in meiner eigenen Wohnung und habe auch hier geschlafen. Die letzten Wochen war ich immer bei meiner Schwester.
Gestern habe ich das erste Mal in meinem Leben Pfannkuchen gemacht, sie sind ganz passabel geworden, zwei sogar richtig gut. Dafür sind auch ein paar schwarz geworden :D

Ich kann einfach überhaupt nicht kochen, aber das will ich ändern.

Am Abend waren wir auf dem Geburtstag von einem gemeinsamen Freund und ich habe sooo viele Leute mal wieder gesehen, das war echt toll.
Ein bisschen beschwipst war ich zugegeben schon, bin auch mit Kontaktlinsen eingeschlafen. Gar nicht gut.

Mit dem Essen klappt es momentan sehr gut und als ich mich vorhin gewogen habe (nachdem ich ein bisschen Pfannkuchenreste gefrühstückt hatte) wog ich 59,5. Das sind immerhin 400g weniger als Donnerstag. Irgendwie scheint die Waage in der Klinik etwas anders zu gehen als meine oder die, auf der ich mich letzte Woche gewogen habe. Ich bezweifle doch stark, dass ich abgenommen habe.

Aber das Gefühl war wieder da, Triumph, abgenommen. Ich liebe es. Das MUSS einfach süchtig machen...
Gefrühstückt hatte ich glücklicherweise schon davor, sonst hätte ich es wahrscheinlich ausfallen lassen.

Irgendwie ist es total unlogisch:
Wenn ich abgenommen habe, habe ich den Drang, nichts zu essen.
Aber wenn ich zugenommen habe, will ich mich vollstopfen.
Natürlich, das kommt von meiner Bulimie, aber es ist trotzdem komisch, sich genau gegenteilig zu verhalten, wie ein gesunder Mensch es tun würde.



Mal wieder unzusammenhängendes Geschwafel von mir, sorry. Momentan bekomme ich einfach keine richtigen Posts mehr zustande. Das wird sich aber auch wieder ändern.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gewicht und Geld

Zuerst mal zu dem, worum es in diesem Blog eigentlich ursprünglich ging: Gewicht.

Ich nehme stetig zu und es hört einfach nicht mehr auf.
Inzwischen wiege ich 59,9 kg. Das sind 900 g mehr als bei meiner Aufnahme und ich bin nur noch 100 g entfernt von der 6.
Das Gefühl, so eine Zahl auf der Waage zu sehen, ist jedesmal wie ein Schlag ins Gesicht. Und dann noch der BMI, der inzwischen auf 20,6 hochgeklettert ist - eine weitere Zahl zum Fürchten, Woche für Woche.
Aber irgendwie bleibt die Panik aus.

Ich weiß nicht was dahinter steckt, aber ich hoffe, es liegt an der Therapie und ich mache Fortschritte. Ich traue diesem Frieden nicht und habe Angst, dass irgendwann alles aus mir herausbricht...

Mit dem Essen klappt es immer besser, ich bin jetzt in der letzten Stufe meine Essvertrages, was bedeutet, dass ich essen darf was ich möchte und auch keine Essbegleitung mehr habe.

Wenn ich von Anfang an diese Bedingungen gehabt hätte würde ich jetzt wahrscheinlich 10 Kilo mehr wiegen. Aber jetzt will ich mich gar nicht mehr so oft vollstopfen.
Essanfälle habe ich natürlich immernoch, sonst würde ich auch nicht zunehmen. Nur sind es deutlich weniger als vorher. Dafür verletze ich mich öfter als zuvor, was ich aber nicht schlimm finde. Narben sind okay, Fett nicht.
Klingt vielleicht komisch, aber so hatte ich mir das gewünscht.


Die Sache mit meinem Vater habe ich immernoch nicht verdauut, zumal sie sehr große Geldprobleme für mich bedeutet. Ich habe keine Ahnung, wie ich meine Miete weiter bezahlen soll. Ich werde mich Geld von Freunden leihen müssen, was ich hasse.
Hoffentlich gibt es da irgendeine Unterstützung. Man kann mich ja schlecht auf die Straße setzen, oder?


Bleibt stark ♥