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Montag, 23. Juli 2012

Klinik


08.40 Uhr. Ich habe die Anmeldung der psychosomatischen Abteilung unserer Uniklinik gefunden.
Vor mir steht eine junge Frau und spricht mit der 'Sektretärin?'. Ich frage mich, wieso sie hier ist. Hat sie auch Probleme mit ihrem Essverhalten? Plötzlich wird sie hinter den Tresen gebeten, um gemessen und gewogen zu werden.
Ich zittere immer heftiger und habe Angst, dass ich gleich losheule. Ich will nicht, dass jemand mein Gewicht sieht, ich bin so fett momentan. Und vor allem will ich es selbst nicht sehen.
Die Frau bekommt einen Fragebogen in die Hand gedrückt und geht ins Wartezimmer. Jetzt bin ich dran.
Alles läuft identisch ab, ich bin angeblich nur 1,70m groß, was gar nicht stimmen kann. Zum wiegen darf ich mich falschherum auf die Waage stellen, so muss ich mein Gewicht gar nicht sehen.
Mein Fragebogen hat sicher 20 Seiten. Themen soziale Kontakte, Selbstbild, Sportverhalten sowie meine aktuelle Stimmungslage.
Nach 15 Minuten kommt eine sehr dicke Frau mit Klemmbrett und Fragebogen und setzt sich auf einen Stuhl in meiner Nähe. Ich stelle mir vor, wie ich ihre Hand drücke und ihr versichere, dass alles gut wird. Ich kann irgendwie keine dicken Menschen mehr sehen ohne Mitleid oder Ekel zu empfinden. Ersteres ist mir lieber.

Als ich den Bogen fertig ausgefüllt habe (Gewicht nicht eingetragen), werde ich immer nervöser und wippe mit den Füßen. Verbrennt auch Kalorien, aber so viel, wie ich momentan esse, macht das keinen Unterschied mehr. Früher war das mal anders.

Irgendwann werde ich von einer Frau hereingerufen, sie stellt sich als Psychiaterin vor.

Sie stellt mir tausend Fragen, schreibt mehrere Blätter voll. Hört mir zu, geht auf mich ein, nimmt mich ernst, hakt nach.

Gegen Ende teilt sie mir mit, dass sie nicht denkt, das eine ambulante Therapie weiterhin ausreicht und ich mir überlegen soll, ob ich lieber einen stationären Aufenthalt hätte oder in eine Tagesklinik möchte. Ich will nicht zu Hause schlafen müssen, also stationär. Auch nicht zu weit weg, bitte.

Am 1. August habe ich ein zweites Gespräch mit ihr, bis dahin will sie sich mit ihren Kollegen beraten, welche Klinik passend wäre und ich soll/kann mich bis dahin ebenfalls schon informieren.

Google, ich komme.


Kommentare:

  1. Ich kann Dir nur die Klinik am Korso empfehlen.Das ist mit das Beste was es gibt.Ich habe über diese Klinik, die Leute und die Therapien dort NUR gutes gehört.

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    1. Danke für deine Empfehlung :) ♥

      Ich habe von der Klink auch schon viel gutes gehört. Allerdings wohne ich in Baden-Württemberg und will nicht zu weit weg, wenn es nicht sein muss. Darum suche ich erstmal nach näher gelegenen Möglichkeiten.

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