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Dienstag, 30. Oktober 2012

Take me back

Die letzten Tage bin ich nicht groß aufgefallen, hatte mir ein Lächeln ins Gesicht getacktert und die Schwärze dahinter weggeschlossen.
Es war einfach zu viel.
Was sollte ich noch fühlen? Alles geht schief, wenn ein Problem geklärt ist kommt sofort das nächste, nie habe ich einen Moment der Ruhe. Dabei bin ich eigentlich hier, um an mir zu arbeiten.
Aber wenn ich meine Gefühle zugelassen hätte, dann wäre dafür einfach keine Kraft mehr übrig geblieben.

Ich bin vollkommen überfordert, fühle mich wie ein kleines Kind, darf aber keines mehr sein. Muss jetzt alleine in der großen, bösen Welt klarkommen. Soll erwachsen sein. Stark sein.

Ich möchte mich einfach nur in meine warme Decke einhüllen und mit meinen Kuscheltieren im Arm einschlafen. Dann will ich aufwachen und alles soll gut sein. Alles soll wieder leicht und bunt und hell sein. Die Welt ein einziger wunderbarer Spielplatz, den es zu erkunden gibt. Kein gestern, kein morgen. Nur der Moment und der ist perfekt.

Aber das geht nicht, ich kann nicht zurück. Niemand kann das.
Man muss eben das beste daraus machen, was man zur Verfügung hat.


Vorhin habe ich mit meiner Mutter telefoniert, sie hat mir erklärt, was ich morgen auf dem Amt alles sagen muss. Natürlich hat sie auch ein paar Vorwürfe eingestreut und mich ein bisschen angeschrien.
Da bin ich endlich aufgebrochen.
Geheult wie ein Schlosshund, mit geschwollenen Augen und roter Nase zur Pflege gegangen und erstmal kräftig gejammert. Das hat so gut getan, das glaubt ihr gar nicht.
Ich habe mich inzwischen auch wieder gefangen, aber ich lächle wenigstens nicht mehr andauernd.#


Ich will einfach nur, dass das alles endlich vorbei ist.
Aus diesem Alptraum aufwachen und zu leben anfangen.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Wochenende :)

In der Klinik sind die Wochenenden zu Hause als Belastungserprobungen gedacht, d.h. wenn man nach Hause will, muss man sich auch einen guten Grund dafür einfallen lassen.
Dieses Wochenende bin ich das erste Mal wieder in meiner eigenen Wohnung und habe auch hier geschlafen. Die letzten Wochen war ich immer bei meiner Schwester.
Gestern habe ich das erste Mal in meinem Leben Pfannkuchen gemacht, sie sind ganz passabel geworden, zwei sogar richtig gut. Dafür sind auch ein paar schwarz geworden :D

Ich kann einfach überhaupt nicht kochen, aber das will ich ändern.

Am Abend waren wir auf dem Geburtstag von einem gemeinsamen Freund und ich habe sooo viele Leute mal wieder gesehen, das war echt toll.
Ein bisschen beschwipst war ich zugegeben schon, bin auch mit Kontaktlinsen eingeschlafen. Gar nicht gut.

Mit dem Essen klappt es momentan sehr gut und als ich mich vorhin gewogen habe (nachdem ich ein bisschen Pfannkuchenreste gefrühstückt hatte) wog ich 59,5. Das sind immerhin 400g weniger als Donnerstag. Irgendwie scheint die Waage in der Klinik etwas anders zu gehen als meine oder die, auf der ich mich letzte Woche gewogen habe. Ich bezweifle doch stark, dass ich abgenommen habe.

Aber das Gefühl war wieder da, Triumph, abgenommen. Ich liebe es. Das MUSS einfach süchtig machen...
Gefrühstückt hatte ich glücklicherweise schon davor, sonst hätte ich es wahrscheinlich ausfallen lassen.

Irgendwie ist es total unlogisch:
Wenn ich abgenommen habe, habe ich den Drang, nichts zu essen.
Aber wenn ich zugenommen habe, will ich mich vollstopfen.
Natürlich, das kommt von meiner Bulimie, aber es ist trotzdem komisch, sich genau gegenteilig zu verhalten, wie ein gesunder Mensch es tun würde.



Mal wieder unzusammenhängendes Geschwafel von mir, sorry. Momentan bekomme ich einfach keine richtigen Posts mehr zustande. Das wird sich aber auch wieder ändern.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gewicht und Geld

Zuerst mal zu dem, worum es in diesem Blog eigentlich ursprünglich ging: Gewicht.

Ich nehme stetig zu und es hört einfach nicht mehr auf.
Inzwischen wiege ich 59,9 kg. Das sind 900 g mehr als bei meiner Aufnahme und ich bin nur noch 100 g entfernt von der 6.
Das Gefühl, so eine Zahl auf der Waage zu sehen, ist jedesmal wie ein Schlag ins Gesicht. Und dann noch der BMI, der inzwischen auf 20,6 hochgeklettert ist - eine weitere Zahl zum Fürchten, Woche für Woche.
Aber irgendwie bleibt die Panik aus.

Ich weiß nicht was dahinter steckt, aber ich hoffe, es liegt an der Therapie und ich mache Fortschritte. Ich traue diesem Frieden nicht und habe Angst, dass irgendwann alles aus mir herausbricht...

Mit dem Essen klappt es immer besser, ich bin jetzt in der letzten Stufe meine Essvertrages, was bedeutet, dass ich essen darf was ich möchte und auch keine Essbegleitung mehr habe.

Wenn ich von Anfang an diese Bedingungen gehabt hätte würde ich jetzt wahrscheinlich 10 Kilo mehr wiegen. Aber jetzt will ich mich gar nicht mehr so oft vollstopfen.
Essanfälle habe ich natürlich immernoch, sonst würde ich auch nicht zunehmen. Nur sind es deutlich weniger als vorher. Dafür verletze ich mich öfter als zuvor, was ich aber nicht schlimm finde. Narben sind okay, Fett nicht.
Klingt vielleicht komisch, aber so hatte ich mir das gewünscht.


Die Sache mit meinem Vater habe ich immernoch nicht verdauut, zumal sie sehr große Geldprobleme für mich bedeutet. Ich habe keine Ahnung, wie ich meine Miete weiter bezahlen soll. Ich werde mich Geld von Freunden leihen müssen, was ich hasse.
Hoffentlich gibt es da irgendeine Unterstützung. Man kann mich ja schlecht auf die Straße setzen, oder?


Bleibt stark ♥



Mittwoch, 24. Oktober 2012

Chaos

So, ich kann wieder klar denken und erkläre euch jetzt mal mein Gedankenchaos, das ich gestern gepostet habe.

Gestern erfuhr ich durch eine Mail meines Vaters, dass er sich das Leben nehmen wollte und deshalb jetzt in der Psychiatrie ist. Angeblich, weil er gekündigt wurde.


Ich dachte zuerst, das ist ein Scherz. Habe dann dort angerufen und es wurde mir bestätigt.

Ja, und wie soll ich jetzt damit umgehen? Ich weiß es nicht. Ich kann es immernoch nicht wirklich verstehen.
Es passt nicht zu ihm, ganz und gar nicht.

Irgendwas fehlt, die Geschichte ist nicht komplett.

Und ich bin ratlos und fühle nichtmal Sorge

Dienstag, 23. Oktober 2012

Ohne Worte

Meine Mutter ist in einer Klinik und macht eine Kur wegen ihren Depressionen.
Ich sitze in einer psychosomatischen Klinik und versuche meine Essstörung loszuwerden.
Mein Vater sitzt in der Psychiatrie wegen Suizidgedanken (oder Versuchen, bin nicht sicher).

Bilderbuchfamilie.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Fortschritte und gute Laune

Hallo ihr Lieben, es tut mir schrecklich Leid, dass ich so lange nichts mehr von mir habe hören lassen.
Die letzten Tage waren super, ich habe es Dienstag bis Freitag ausgehalten, nur die drei vorgeschriebenen Mahlzeiten zu mir zu nehmen - also kein Stressessen. Ich bin echt stolz darauf :)

Naja, jetzt ist Wochenende und ich habe das Gefühl, ich müsste alles nachholen.
Gestern habe ich erstmal eine Packung Butterspekulatius besorgt, eine Tafel Milka-Schokolade und diese Kuchenschokolade von Lindt. Ist alles schon weg.
Außerdem war ich mit meiner Schwester und ihrem Freund essen, es gab noch Abendessen und zu guter Letzt Popcorn im Kino.
Ich hoffe, ich habe mir damit jetzt nicht die Erfolge der letzten Woche versaut.

Samstag mittag habe ich mich, verrückt wie ich bin, auf die Waage gestellt. Mit Kleidung, Schmuck und einer Packung Kekse im Bauch. Und ohne davor auf der Toilette gewesen zu sein. Sehr aussagekräftig, haha.
59,8 kg
Ich glaube, das ist gut. Am Donnerstag waren es schließlich nüchtern, morgens und in Unterwäsche 59,5 kg. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich da gefühlt habe. Ein halbes Kilo mehr seit der Aufnahme? Von wegen Gewichtsschwankungen. Ich fettes Ding.

Aber...

Es war gar nicht so schrecklich!
Klar habe ich erstmal all das gedacht. Aber ich habe mich dazu gezwungen, zu frühstücken und normal zu essen und es ging mir echt gut! Momentan kann mich irgendwie gar nichts umhauen, deshalb war ich auch so lange nicht mehr hier aktiv. Ich wollte einfach die schöne Zeit genießen und mal nicht daran denken, dass andere so viel dünner und erfolgreicher sind als ich.
Und das ist so ein großer Fortschritt, dass ich schon fast mit einem Glas Leitungswasser darauf anstossen will. :D


Ich hoffe bei euch läuft es auch gut. Gebt nicht auf ♥




Montag, 15. Oktober 2012

Reichst du ihnen den kleinen Finger, nehmen sie die ganze Hand.

Hier auf der Station haben nicht viele Leute Internet, und ein Internetcafe ist auch keines in der Nähe. Ich werde oft gefragt, ob jemand meinen Laptop ausleihen kann.
Das mag ich nicht, aber ich sage trotzdem immer ja.
Ich habe halt nur eine begrenzte Flatrate und Tumblr frisst echt viel davon.

Jetzt fragte mich ein Mitpatient, ob er etwas recherchieren könne. Ich will das eigentlich nicht, weil ich es nicht mag, wenn jemand anderes meinen Laptop mit auf sein Zimmer nimmt. Da sind genug Sachen drauf, die keiner finden darf.
Aber okay, er braucht ihn anscheinend wirklich.
Dann fragte ich ihn, wie lange denn. Und er so: 'Ja, ein bis zwei Stunden.'

Okay. Verdammt. Ich habe schon ja gesagt, aber mir geht es heute nicht gut und ich möchte am liebsten den ganzen Nachmittag im Bett verbringen und surfen oder mir etwas anschauen. Alleine. Habe heute keine Therapien mehr.
Und außerdem wird er in der Zeit sicher viel von meiner Flat aufbrauchen, und das will ich nicht. Es ist immernoch mein Geld, oder nicht? Und ich hab echt nicht zu viel davon.

Ich komme mir vor, wie ein Geizkragen.

Und über sowas mach ich mir Gedanken. Gibt doch echt wichtigeres im Leben.


Bin mal meine Überforderung aufessen.

Sonntag, 14. Oktober 2012

5 Kilo

Nur ein kleiner Post heute, weil ich eigentlich schon längst schlafen müsste.

Andauernd muss ich an ihn denken, ich nenne ihn mal A.
Ich habe euch schon ein paar mal von ihm erzählt, hatte eine Art Beziehung/Affähre/irgendwas mit ihm, aber leider habe ich mir das durch meine Essstörung versaut.

Jedenfalls vermisse ich ihn sehr, habe ihn Ende Juni das letzte Mal gesehen (unsere kurze zufällige Begegnung in der Bahn zähle ich jetzt mal nicht dazu) und da wog ich gerade 53,4 kg. Die fetteste Figur, die er von mir zu sehen bekommen hat, lag bei schätzungsweise 55 kg. Da bin ich mir aber nichtmal sicher.
Jetzt wiege ich etwa 59 kg, Tendenz steigend, so wie ich gerade fresse.


Ich traue mich ernsthaft nicht, mich mit ihm zu treffen.

Erst habe ich mich nicht getraut, ihn zu fragen, aber jetzt hat er es mir indirekt selbst angeboten.
Und ich habe Angst davor.
Man sieht diese Kilos, es sind mehr als FÜNF!
Meine Hosen passen mir auch alle nicht mehr, das sagt ja schon alles.

Was soll ich nur machen? Ich will nicht, dass er mich dick findet.
Ablehnung ist schrecklich.

Bin so unentschlossen...

Was soll ich tun? Ich kann in der Klinik nicht abnehmen, das schaffe ich einfach nicht. Es ist schon schwer genug für mich, dort nicht zuzunehmen. Ich wünschte, das hätte alles nie begonnen...




Mittwoch, 10. Oktober 2012

Aua

Gruppentherapie.
Normale Themen, bedeutsam, aber nicht zu tiefgründig. Aushaltbar.
Die Diskussion wendet sich.
Thema: Väter.

Mein Herz fängt wie verrückt an zu klopfen, mir wird ganz heiß und schwindelig. Ich habe wieder einmal das Gefühl, gleich von meinem Stuhl zu kippen. Heiße Schauer jagen über meinen Rücken und dann verschwimmt alles hinter dem Tränenschleier, der sich den Weg nach draußen bahnt.
Ich kann gar nicht mehr aufhören zu zittern und sitze weinend auf meinem Stuhl, in einem Kreis mit 10 Mitpatienten und einer Therapeutin.
Fühle mich klein, entblößt.
Will weglaufen.

Und immernoch muss ich mir Geschichten von tollen Vätern anhören.
Auch von Vätern, die erst ihre Liebe zeigen, wenn man etwas dafür tut.
Und mir wird wieder einmal bewusst, dass ich nicht einmal die Möglichkeit habe, etwas dafür zu tun. Ich bin nie gut genug. Und das tut weh.



Dienstag, 9. Oktober 2012

Babysteps

Sonntag lief gut, ich habe bei weitem nicht so viel gegessen wie sonst hier:
12 Uhr: 1 Brötchen mit Nutella, 1 Apfel
17 Uhr: 2 1/2 Schreiben Brot mit Käse und Marmelade, 1 Vanillepudding mit Zimt

Und gestern habe ich zwar zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten noch einen Joghurt mit Haferflocken und ein kleines Stück Kuchen gegessen, dafür bin ich aber auch den ganzen Tag auf den Beinen gewesen. Und so wie mein Stoffwechsel momentan drauf ist, werde ich auch nicht zugenommen haben.

Ich war (mal wieder) shoppen, habe aber nur 20 Euro ausgegeben, worauf ich etwas stolz bin. Außerdem habe ich dem Essen in der Stadt wiederstanden und mir nur eine Cola Light genehmigt.

Und ich habe mich endlich damit abgefunden, nicht mehr in die kleinen Größen zu passen. Ich schaffe es, Oberteile in M anzuprobieren, ohne gleich durchzudrehen. Mir Hosen in die Kabine mitzunehmen, auf denen 36 oder auch mal 38 steht. Und ich kann mich sogar freuen, wenn mir ein Kleid in M doch zu groß ist und ich es in S nehmen kann.
Wenn das mal keine Fortschritte sind!

Ich glaube, es wird wirklich schon besser. Ich fühle mich auch irgendwie gefestigter in mir. Weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll.

Ich hoffe euch geht es gut. Danke für euren Beistand ♥



Samstag, 6. Oktober 2012

Farblos

Mein Internet in der Klinik läuft nur noch im Schneckentempo, aber jetzt bin ich bei meiner Schwester und da geht es glücklicherweise nach wie vor.

Ich habe große Lust, wieder zu hungern, aber...

Jedesmal, wenn ich darüber nachdenke, wie dick ich geworden bin, muss ich essen.
Jedesmal, wenn ich dünne Mädchen sehe, muss ich essen.
Jedesmal, wenn ich darüber denke, wieder abzunehmen, muss ich essen.

Das ist so unlogisch und anstrengend. Morgen will ich meine Wohnung aufräumen, vielleicht werde ich fasten, vielleicht auch nicht. Es wäre schön, wenn ich es mal wieder schaffen würde...
Aber bringen würde es nichts, ich würde sicher wieder fressen danach.
Wie ich das hasse.

Heute war ich shoppen, neue Hosengröße bei Tallyweijl: 38. Igitt. Das ist fast 40.

Ich würde euch ja gerne etwas interessanteres berichten, aber momentan ist irgendwie alles so grau in meinem Leben...

Ich hoffe, ihr habt etwas mehr Farbe als ich ♥

Dienstag, 2. Oktober 2012

Wirrwarr

Die letzten Tage waren der Horror für mich, sprich gestern und heute. Es kommt mir eher wie eine Woche vor.
Ich lag auf dem Grund eines tiefschwarzen Lochs und hatte absolut keine Kraft dazu, auch nur über dessen Rand herauszuschauen.
Und auch keine Kraft zum Aufräumen, Essen, Hungern, Schlafen, Wach sein, Weinen, Kommunizieren...
Es war wie zu Hause - ich lag den ganzen Tag auf meinem Bett und schaute Skins (nicht sehr zu empfehlen wenn man sowieso schon down ist, nur zur Info), meine Kleidung pfefferte ich am Ende des Tages einfach in die Ecke und trinken konnte ich auch nichts mehr, wollte nichts in mich aufnehmen müssen. Das klingt komisch.

Ich habe mich gefühlt als wäre ich eine einzige große Fleischwunde und jeder, der mich auch nur mit der Fingerspitze berührte, würde mich zum bluten bringen.


Suizidgedanken, Selbsthass.

Jetzt geht es mir wieder besser, ich hasse diese Tiefs.
Habt ihr sowas auch manchmal? Also nicht kontinuierlich, sondern nur ab und zu?
Ich hasse das.

Und ein Walross bin ich immernoch.