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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Aua

Gruppentherapie.
Normale Themen, bedeutsam, aber nicht zu tiefgründig. Aushaltbar.
Die Diskussion wendet sich.
Thema: Väter.

Mein Herz fängt wie verrückt an zu klopfen, mir wird ganz heiß und schwindelig. Ich habe wieder einmal das Gefühl, gleich von meinem Stuhl zu kippen. Heiße Schauer jagen über meinen Rücken und dann verschwimmt alles hinter dem Tränenschleier, der sich den Weg nach draußen bahnt.
Ich kann gar nicht mehr aufhören zu zittern und sitze weinend auf meinem Stuhl, in einem Kreis mit 10 Mitpatienten und einer Therapeutin.
Fühle mich klein, entblößt.
Will weglaufen.

Und immernoch muss ich mir Geschichten von tollen Vätern anhören.
Auch von Vätern, die erst ihre Liebe zeigen, wenn man etwas dafür tut.
Und mir wird wieder einmal bewusst, dass ich nicht einmal die Möglichkeit habe, etwas dafür zu tun. Ich bin nie gut genug. Und das tut weh.



Kommentare:

  1. Ach scheiße.. was ist bei der Sitzung bei rumgekommen ? Hast du das gesagt was du hier gepostet hast ? Wir schreiben das nächste mal bei fb ! Lass dich nicht wegen dem mistkerl so hängen, bloß weil er wahrscheinlich nie gelobt wurde in seiner Kindheit und nie gut genug war für seine Eltern, lässt er das jetzt an dir aus? Kann das sein ? Ich bin in Gedanken bei dir ! Ich hab dich lieb ;*

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  2. Ich verfolge deinen Block schon einige Zeit und mir tut das mit deinem Vater echt leid, weil er vermutlich ein großer Auslöser deiner Essstörung ist. Das Problem mit unseren Famileingeschichten ist, dass wir alle so ein Idealbild im Kopf haben. Wir wachsen mit Geschichten von glücklichen Familien auf, sehen es in Filmen und genauso wünschen wir uns das auch. In diesem Bild taucht der Vater als verständnisvoller Mann auf, der einen beschützt, für einen da ist und für den man die kleine Prinzessin ist. Leider entsprechen viele Väter diesem Bild überhaupt nicht. Sie können eigentlich gar nichts mit ihren Kindern anfangen und interessieren sich auch nicht für sie. Sie wollen einfach nur, dass alle funktioniert, alles normal ist und keiner aus der Reihe tanzt und es nach außen alles toll aussieht. Sie sind eiskalte Egoisten die ihre Karriere und ihr Wohlergehen im Sinn haben und sich einen Scheiß darum kümmern, ob es ihren Kindern und der Frau gut geht. Wenn der Stress zu groß wird verpissen sie sich halt und suchen sich einen neue Familie... Das ist bestimmt alles ein Grund warum du in die Essstörung geraten bist. Man sucht die Schuld bei sich selbst. Papa ist nicht lieb zu mir, er lehnt mich ab also muß ich (das Kind) was falsch gemacht haben. Dann streiten sich die Eltern (oft wegen dem Kind) und was macht man... Man gibt sich die Schuld, weil die streiten ja wegen mir (dem Kind). Im Unterbewusstsein setzt sich dann immer mehr fest, dass man selbst an allem Schuld ist, weil normalerweise sind Väter ja anders zu ihren Kindern.. Man sieht Familien wo alles perfekt läuft, wo der Vater die Tochter vergöttert und das bestätigt natürlich dass man selbst an allem Schuld ist. Da passt auch der Drang nach Perfektion zu, man will alles super machen, weil man hofft dass der Vater einen dann wahrnimmt weil man die Beste ist. Man will ihm beweisen, dass man was kann, das man gut ist und das er stolz auf einen ist. Irgendwann ist man soweit, dass man alles nicht mehr aushält und verschwinden will, immer kleiner werden will, unsichtbar... Das schafft man durchs hungern, man wird weniger. Manchmal bekommt man dann die Aufmerksamkeit vom Vater die man wollte, weil man halt krank ist. Man hat ein prima Druckmittel, weil man nun weiß dass man seinen Körper einsetzen kann und dann wahrgenommen wird. Manche Väter sind aber so ignorante Arschlöcher, dass ihnen noch nicht mal richtig auffällt dass man so dünn geworden ist. Ich vermute, dass das irgendwie unbewusst dann noch mehr den Wunsch nach frei sein, unsichtbar sein, hochsteigen lässt.

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  3. Teil 2:
    Es ist so verdammt schwer loszulassen, seinen Vater loszulassen und ihn als das zu sehen was er ist, ein egoistischer Penner. Lieber sucht man die Fehler bei sich, meint man selber ist falsch und hofft immernoch irgendwann seinen Aufmerksamkeit zu bekommen. Eigentlich will man doch nichts mehr, als eine harmonische Familie, Vater und Mutter die einen lieben und stolz auf einen sind. Das ist das Idealbild aber das gibt es halt nur in ganz wenigen Fällen, auch wenn uns Bücher, Filme und Werbung immer das Bild zeigen. Es dauert lange bis man an dem Punkt ist zu begreifen, dass man nichts dafür kann und man selbst richtig ist und der Vater derjenige ist der alles falsch macht oder gemacht hat. Bloss weil er erwachsen ist bedeutet das nicht das er richtig handelt. Wenn man es schafft nicht immer Entschuldigungen oder Erklärungen für das Verhalten seines Vater zu suchen, was nämlich sofort wieder dazu führt, dass man sich selbst die Schuld gibt, weil man dann Verständnis für das Arschlochverhalten hat; sondern ihn so sieht wie er ist und ihn dann auch aus seinem leben verbannt; hat man selbst die Chance gesund zu werden. Das tut erstmal sehr weh aber anderes ist es immer wieder schmerzhaft weil ständig wieder Wunden aufgerissen werden und man kommt da nir raus. Ein ewiges Auf und Ab der Gefühle und wiederkehrender Enttäuschungen. Das was einen krank macht soll man meiden und das gilt auch für Väter.Ich würde ihn nur noch in die finanzielle Verpflichtung nehmen. Er muss dir ja Unterhalt zahlen und das kannst du über einen Anwalt oder das Jugendamt laufen lassen.Er tut dir nicht gut und er wird sich nicht ändern. Such nicht bei dir die Gründe, du bist nicht Schuld. Eltern müssen ihre Kinder kompromisslos lieben und für sie da sein. Kinder können gar nicht falsch sein und das Kinder nicht alles richtig machen ist normal und Eltern sind dazu da ihnen den weg ins Leben zu zeigen und nicht sie zu zerstören und krank zu machen. Leider kann jeder Kinder in die Welt setzen. Es gibt den Autoführerschein, Hundeführerschein... aber es gibt keinen Elternführerschein oder Vaterführerschein... Wenn es das gebe, würden bestimmt 50% durchfallen und müssten in die Nachprüfung und manche würde nie bestehen und dürften dann auch keine Kinder haben. Schade das es das nicht gibt...

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    1. Ich bin überwältigt, dass du dir die Mühe machst und mir so viel schreibst...
      Und du hast so recht mit allem, was du sagst. Ich wünschte, ich könnte ihn einfach verbannen, aber ich bin einfach noch nicht so weit. Vielleicht kann ich das nach der Klinik schaffen, ich hoffe es.
      Schade, dass du anonym bist. Du bist ein so liebenswerter Mensch, du könntest dich ruhig zeigen :)

      Danke dir dafür.

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  4. "Ich bin nie gut genug", das ist ja wohl komplette Scheiße und das weißt du auch!
    Was kannst du für deinen Vater?! NICHTS.
    Das andere tolle Väter haben, hat mich auch immer traurig gestimmt, weil meiner, naja, mich nicht so gut behandelt hat (vorsichtig gesagt).
    Aber das ist nicht meine oder deine Schuld, und ich finde es wichtig, dass du dich damit auseinandersetzen kannst, ohne dich zu schämen.
    Ich drücke dich.

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  5. Ich kenn das mit dem Vater. Nur zu gut.
    Aber bitte Liebes.. Bleib stark. Ich würde dir so gerne helfen. So sehr!
    Ich denke an dich, ich will dir Kraft geben.
    Bitte. Bitte. Bitte. Gib niemals, hörst du? NIEMALS auf!
    Wir sind alle für dich da ♥

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